Sonntag, 28. Oktober 2007 / 17:20 Uhr
Lübeck - Die erste Pflichtaufgabe nach dem Gewinn des WM- Titels in China hat die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft mit weltmeisterlicher Bravour gelöst. Nach dem ungefährdeten 3:0 (2:0)-Sieg in der EM-Qualifikation gegen Belgien ging der Blick direkt nach Zürich.
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Dort entscheidet das Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA am 30. Oktober, ob die Frauen-WM 2011 in Deutschland stattfinden wird. Als einziger Mitbewerber ist Kanada übrig geblieben. «Wir sind alle erwartungsfroh und optimistisch. Ich denke, wir haben sehr gute Chancen. Auch, weil sich viele noch an die tolle Atmosphäre bei der Männer-WM 2006 in Deutschland erinnern. Wir würden uns sehr freuen, wenn die FIFA uns auch die WM 2011 anvertraut», sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger am Sonntag beim umjubelten Auftritt der DFB-Frauen in Lübeck.
Auch Franz Beckenbauer, der in den vergangenen Wochen kräftig die Werbetrommel für die Frauen-WM gerührt hatte, gab sich zuversichtlich. «Wir haben eine Fünfzig-Prozent-Chance, vielleicht sogar 51 Prozent», meinte der «Kaiser», der bereits die WM 2006 nach Deutschland geholt hatte. Trainerin Silvia Neid, die die DFB-Elf vor vier Wochen in China zum zweiten WM-Triumph geführt hatte, ist wie alle sehr gespannt: «Ich habe ein sehr gutes Bauchgefühl. Ich glaube, dass wir die WM bekommen, weil wir die beste Bewerbung haben und weil es an der Zeit ist. Damit könnte man den deutschen Frauenfußball noch mehr verwurzeln.»
Bei Volksfeststimmung und strahlendem Sonnenschein im mit 17 000 Zuschauern ausverkauften Stadion an der Lohmühle erwischte die mit elf Weltmeisterinnen angetretene DFB-Elf gegen Belgien einen tollen Start. Bereits in der 8. Minute gelang Kerstin Garefrekes unter dem großen Jubel der Fans nach Vorarbeit von Martina Müller das 1:0. Ausgerechnet Sandra Minnert, die aus Verletzungsgründen zuvor das Ende ihrer Karriere nach dem EM-Qualifikationsspiel in den Niederlanden angekündigt hatte, erzielte nur zwei Minuten später in ihrem 145. Länderspiel das 16. Tor.
Mit der beruhigenden 2:0-Führung im Rücken brannte das deutsche Team danach ein Feuerwerk gegen die überforderten Belgierinnen ab. Der vierte Sieg im vierten EM-Qualifikationsspiel für die EM in Finnland 2009 stand zu keinem Zeitpunkt in Frage. Selbst das Fehlen des verletzten WM-Quartetts Renate Lingor, Sandra Smisek, Simone Laudehr und Petra Wimbersky machte sich kaum bemerkbar. Nur die Chancenauswertung ließ zu wünschen übrig. «Wir haben uns zunächst schwer getan. Aber es ist auch menschlich, dass nach dem WM-Highlight der Akku leer ist», sagte Neid, die die «tolle Atmosphäre» und den überschwänglichen Empfang in Lübeck genoss. «Insgesamt bin ich sehr zufrieden, dass wir die drei Punkte geholt haben», bilanzierte sie.
Von der ersten Minute an herrschte prächtige Stimmung, mit der der Gastgeber die WM-Bewerbung nachhaltig untermauerte. Spielführerin Birgit Prinz (74.) setzte mit ihrem 116. Länderspieltor den frenetisch gefeierten Schlusspunkt. Torhüterin Nadine Angerer, die schon bei der WM in allen Spielen (540 Minuten) ohne Gegentor geblieben war, hatte nur in der 84. Minute eine knifflige Situation zu überstehen, als sie einen Schuss von Femke Maes glänzend parierte.
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Mehmet Scholl (nach einem der Derby der Bayern gegen die Löwen): Die Brisanz dieses Spieles hat man daran erkannt, dass sich Franz Beckenbauer über unsere Tore gefreut hat.
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