Donnerstag, 8. November 2007 / 10:52 Uhr
Nürnberg - Als teuerster Spieler der Vereinsgeschichte sollte er Tore garantieren, doch inzwischen ist Angelos Charisteas eines der größten Sorgenkinder beim 1. FC Nürnberg.
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Der im Sommer für eine Ablöse von 2,5 Millionen Euro von Feyenoord Rotterdam zum «Club» gewechselte Fußball-Europameister aus Griechenland kommt beim DFB- Pokalsieger wegen einer langwierigen Verletzung nicht auf die Beine. Auch beim Auftakt in die UEFA-Pokal-Gruppenphase gegen den FC Everton fehlt der 27 Jahre alte Stürmer, der seit zehn Tagen im Rehazentrum in Donaustauf an seinem Comeback arbeitet und womöglich im Bundesliga-Kellerderby in Bielefeld in den Nürnberger Kader zurückkehrt.
Als Anfang Juli dieses Jahres der FCN den prominenten Neuzugang für vier Jahre unter Vertrag nahm, waren am Valznerweiher die Erwartungen in Charisteas hoch. «Er ist ein sehr guter Fußballer, der ideal in unser System passt. Charisteas ist kein Torjäger, der viele Tore schießt, dafür aber entscheidende», sagte Nürnbergs Trainer Hans Meyer in Vorfreude auf den 1,90 Meter langen Angreifer, der bei der Europameisterschaft 2004 Griechenland und Trainer Otto Rehhagel mit drei Treffern - eines im Endspiel zum 1:0-Sieg über Gastgeber Portugal - zum überraschenden EM-Triumph geführt hatte.
«Ich will in Nürnberg Tore sprechen lassen», versprach Charisteas bei seinem Dienstantritt. Doch der Nachfolger von Markus Schroth, der zum TSV 1860 München zurückgekehrt ist, hat die in ihn gesetzten Hoffnungen bisher nicht erfüllt. Am 10. Spieltag beim 5:1 gegen Eintracht Frankfurt erzielte Charisteas sein erstes Bundesligator für den neunmaligen deutschen Meister. Eine Woche später folgte der zweite Treffer - bei Nürnbergs 1:3-Niederlage beim VfL Wolfsburg traf der Grieche allerdings per Kopfball ins eigene Tor.
Wegen der Verletzung kam Charisteas erst auf sieben Bundesliga- Einsätze. Zwei UEFA-Cup-Spiele sowie ein Einsatz im DFB-Pokal runden die bisher unbefriedigende Bilanz ab. Mit seinem ersten Treffer ließ Charisteas jene Kritiker, die ihn wegen seiner unglücklichen bis dilettantischen Bemühungen bereits als Fehleinkauf abgestempelt hatten, vorerst verstummen. Doch das peinliche Eigentor in Wolfsburg verstärkte wieder die Zweifel an der Klasse des Griechen.
Seine besten Jahre als Fußballprofi verbrachte Charisteas von 2002 bis 2005 bei Werder Bremen. Dort erzielte er in 66 Bundesligaspielen 18 Tore, 2004 wurde er mit den Hanseaten deutscher Meister und Pokalsieger. Ein Jahr später wechselte er für fünf Millionen Euro zu Ajax Amsterdam und gewann 2006 das Double in den Niederlanden. Seit September 2006 trug Charisteas das Trikot von Feyenoord Rotterdam. Der überraschende Weg des Griechen nach Nürnberg wurde erst frei, nachdem Feyenoord Torjäger Roy Makaay vom FC Bayern München verpflichtet hatte und für den Europameister im Team des 14fachen niederländischen Meisters kein Platz mehr war.
dpa
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