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«Mr. Europacup» Kießling Leverkusens Pechvogel

Moskau/Leverkusen - Ausgerechnet «Mr. Europacup» Stefan Kießling wurde für Bayer 04 Leverkusen beim 1:2 im UEFA-Cupspiel bei Spartak Moskau zum Pechvogel.

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«Für die Mannschaft tut es mir leid», entschuldigte sich der 23-jährige Nationalstürmer nach seinem wohl spielentscheidenden Patzer. Der von ihm verursachte Foulelfmeter (63. Minute) war der Anfang vom Ende. «Das war unnötig, darüber muss man nicht reden. Leider war ich etwas ungestüm», bekannte Kießling. Statt den angestrebten Punkt in der Tasche zu haben, steht Bayer nun im Heimspiel am 6. Dezember gegen Sparta Prag unter Erfolgszwang.

Spartak Moskau - Bayer 04 Leverkusen

Foto: dpa Bild vergrößern

Spartaks Welliton (M) setzt sich gegen Karim Haggui (l) und Hans Sarpeil (r) durch.

«Die Ausgangssituation hat sich verschlechtert. Wir haben nun den Druck, gewinnen zu müssen», sagte Chefcoach Michael Skibbe. Die Teamkollegen nahmen Kießling den Schnitzer nicht übel. «Er weiß selber, dass es unglücklich war. Er hat auch schon Spiele für uns gerettet», sagte Interimskapitän Simon Rolfes. Auch Bayer- Sportdirektor Rudi Völler wollte den Jung-Nationalspieler nicht tadeln: «So etwas passiert mal. Dies ändert nichts an der guten Saison, die er spielt.» Schließlich war der gebürtige Franke in den vorherigen drei UEFA-Cup-Begegnungen stets die entscheidende Figur. Im Hinspiel gegen Uniao Leiria (3:1) schoss er zwei Tore, im Rückspiel das für das Weiterkommen wichtige 2:2 und gegen den FC Toulouse (1:0) gelang ihm der Siegtreffer.

Der Kießling-Aussetzer, den Spartak-Angreifer Roman Pawljutschenko per Foulelfmeter zum 1:0 nutzte, wurde dadurch befördert, dass die Leverkusener bei Kühlschrank-Temperaturen nach dem Wiederanpfiff wie erstarrt agierten. «In der ersten Halbzeit haben wir guten Fußball gespielt und uns danach das Spiel aus der Hand nehmen lassen», kritisierte Skibbe. Als Torwart René Adler noch einen Elfmeter verschuldete, den der Brasilianer Mozart (77.) verwandelte, war die Messe gelesen und Paul Freiers 1:2 in der Nachspielzeit nur noch Ergebniskosmetik.

«Beide Elfmeter waren unnötig - schon in der Entstehung», ärgerte sich Bayer-Mittelfeldspieler Tranquillo Barnetta. Die Fouls seien nur die «i-Tüpfelchen» gewesen, doch insgesamt bestehe kein Grund, die Köpfe hängen zu lassen. «Wir haben noch zwei Spiele, da ist nichts verloren», sagte der Schweizer mit Blick auf die Partien gegen Sparta Prag und beim FC Zürich (19. Dezember). Dass die Tschechen parallel den FC Toulouse (3:2) geschlagen haben, erhöht den Druck. «Das wird ein schwerer Gang», erwartet Skibbe, der durch die Schlappe in Moskau keine Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein befürchtet: «Psychologisch darf so ein Spiel nicht drücken.»

dpa

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