Donnerstag, 8. November 2007 / 21:36 Uhr
München - Im Gefühl des sicheren Sieges hat sich der FC Bayern München gegen Außenseiter Bolton Wanderers eine böse Bauchlandung geleistet. Trotz des ersten Doppelpacks von Lukas Podolski im Bayern-Trikot reichte es gegen den englischen Premier-League-Club nur zu einem 2:2 (1:1).
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Damit verpassten die Münchner vor 66 000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena leichtfertig den vorzeitigen Einzug in die nächste Runde des UEFA-Cups und scheiterten wie bereits beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt auch an ihrer schlechten Chancenauswertung.
Podolski hatte mit seinen ersten Treffern nach acht Monaten in der 30. und 49. Minute die persönliche Torflaute beendet. Doch dank Ricardo Gardner (8.) und Kevin Davies (82.) entführte der englische Tabellenvorletzte einen Punkt und profitierte beim späten Ausgleich von einer weiteren Unkonzentriertheit der Bayern-Abwehr. «Ich bin stocksauer, weil es ganz einfach gewesen wäre, das Spiel zu gewinnen. Es waren 66 000 Zuschauer im Stadion und die haben das Recht, die beste Mannschaft zu sehen», kritisierte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, dass Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld in Philipp Lahm sowie Martin Demichelis zwei Abwehrspielern auf der Tribüne eine Ruhepause gönnte sowie seine besten Akteure früh auswechselte. «Fußball ist keine Mathematik», stichelte Rummenigge in Richtung des ehemaligen Mathe-Lehrers.
«Natürlich bin ich enttäuscht über das Ergebnis, nicht über das Spiel. Wir waren da zu sorglos, das stinkt mir gewaltig», sagte der Münchner Trainer. Bei 26:7 Chancen sei der Spielverlauf auf den Kopf gestellt worden. Torhüter Oliver Kahn bemängelte nicht die Auswechslungen, sondern die «Sorglosigkeit der letzen 20 Minuten. Wir haben nicht daran gedacht, dass das eine internationale Mannschaft ist, die auch Tore schießen kann.»
Mit Blick auf das nur 44 Stunden später folgende Bundesliga-Spiel beim VfB Stuttgart rotierte Hitzfeld auf fünf Positionen. Bolton setzte nach dem Ausfall seiner Offensivkräfte Nicolas Anelka und El Hadji Diouf keineswegs nur auf die Defensive, sondern hatte mit seinen Angriffen bereits nach acht Minuten Erfolg: Ricardo Gardner nutzte die Desorganisation der Münchner Abwehr. Sein Schuss aus 12 Metern fälschte Marcell Janssen unhaltbar für Oliver Kahn zur Führung der Wanderers ab.
Trotz des frühen Rückstandes zeigte sich der deutsche Rekordmeister nicht geschockt, sondern erspielte sich einige Chancen. Doch auch mit dem Spielwitz von Franck Ribery setzte sich die Münchner Abschlussschwäche fort: Aus guter Position vergaben Andreas Ottl (17.) sowie Lukas Podolski, der den Vorzug vor Luca Toni erhalten hatte und neben Miroslav Klose stürmte. Die Engländer verstärkten nach der Führung ihre Defensive und verlegten sich aufs Kontern. Der einsatzfreudige Kevin Davies hatte nach einer knappen halben Stunde sogar das 2:0 auf dem Fuß, doch der Schuss ging knapp am Pfosten vorbei.
Fast im Gegenzug wurden die Münchner Angriffsbemühungen belohnt. Nach feiner Vorarbeit von Ribery und Bastian Schweinsteiger erzielte Podolski mit dem 1:1 (30.) sein erstes Tor im Bayern-Trikot seit acht Monaten. Angetrieben von Ribery, der sich gegen die unbeweglichen Engländer immer gut in Szene setzen konnte, hatten die Bayern vor der Pause mehrere Chancen zur Führung. Schweinsteiger vergab gleich zwei Mal in aussichtsreicher Position: Erst scheiterte er an Torwart Ali Al-Habsi, dann traf er nur das Außennetz.
Ribery und Schweinsteiger zeichneten erneut für die Vorarbeit zur 2:1-Führung durch Podolski verantwortlich (49.). Früh gönnte Hitzfeld den spielentscheidenden Akteuren mehr Ruhezeit für das Spiel am Samstag in Stuttgart. Ribery wurde nach einer Stunde Spielzeit bei seiner Auswechslung frenetisch bejubelt, Podolski zuvor mit Sprechchören gefeiert. Doch statt weiter konzentriert nach vorne zu spielen, wurde der FC Bayern nachlässig. Logische Folge war das 2:2 durch Davies kurz vor Schluss.
dpa
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