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Andreas Görlitz zwischen Glitzerwelt und Ersatzbank

München - Sein rasanter Aufstieg in die Fußball-Glitzerwelt hat Andreas Görlitz Auftritte gegen Weltmeister Brasilien und den Iran beschert, doch im Alltag beim FC Bayern München steckt der Jungstar plötzlich in der Sackgasse.

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Nach einem erstaunlichen Saisonstart für den deutschen Rekordmeister ist der 22-Jährige in der Gunst von Trainer Felix Magath offenbar gesunken und kam zuletzt wenn überhaupt nur noch zu Kurzeinsätzen. «Natürlich bin ich enttäuscht. Aber ich lasse mich nicht hängen. Ich weiß, was ich kann. Wenn ich weiter Gas gebe, dann werde ich auch wieder häufiger spielen», sagte Görlitz vor der Bundesliga-Spitzenpartie gegen den VfL Wolfsburg.

Jungstar

Andreas Görlitz sucht im August in Hamburg nach einer Abspielmöglichkeit.

Als im Sommer der Transfer des waschechten Oberbayern vom TSV 1860 München zum Lokalrivalen bekannt wurde, war die Verwunderung groß. Rund drei Millionen Euro legten der FC Bayern für das Talent hin, und viele vermuteten, dass die in die 2. Liga abgestiegenen «Löwen» nur mit der Finanzspritze des großen Nachbarn und zukünftigen Stadionpartners die Lizenz sichern konnten. Mit Ex-Europameister Willy Sagnol als Konkurrenten für die rechte Abwehrseite vor der Nase schien Görlitz' Schicksal als Ersatzspieler bei den Bayern besiegelt, doch als der Franzose wegen seines Armbruchs den Saisonstart verpasste, war er zur Stelle.

Als im September die Bayern-Abwehr bedenklich wackelte, war Görlitz allerdings das erste Opfer. Fortan spielten Sammy Kuffour oder Hasan Salihamidzic auf der rechten Außenbahn. Die unliebsamen Zwangspausen kann sich Görlitz nicht recht erklären. «Ich fühle mich gut, trainiere gut. Mir haben auch schon Mitspieler gesagt, dass ich gut drauf bin», sagte er. Selbst Konkurrent Sagnol hat lobende Worte für den Jung-Nationalspieler. «Er ist ein Spieler mit Superqualität in der Offensive. Er ist jung und hat noch Zeit. Er muss jeden Tag arbeiten. Der Rest kommt dann von ganz alleine», sagte Sagnol.

Mit seiner blonden Gel-Frisur und einer eigenen Homepage erweckt der sonst eher schüchterne Görlitz den Eindruck eines typischen Jungprofis. Gerade dieser Generation will Magath aber offenbar nicht automatisch alle Wege ebnen. Im Gegensatz zum VfB Stuttgart, wo er aus Personalnot zum Befürworter des Jugendstils wurde, ist der neue Trainer kein Fan der jungen Bayern-Riege. Ob Bastian Schweinsteiger, Owen Hargreaves, Piotr Trochowski oder Paulo Guerrero, bei Magath hat es die Jugend plötzlich schwer.

Andreas Görlitz will sich von seinem Weg aber nicht abbringen lassen und mit seinem ihm typischen dynamischen Offensivstil die rechte Außenbahn bearbeiten. Auf seine Schwächen in der Defensive habe ihn Magath hingewiesen. Die gelte es nun abzustellen. Neben dem Stammplatz beim FC Bayern bleibt für Görlitz nämlich die WM 2006 das große Ziel. «Klinsmann hat mir klar gesagt, dass er mein Potenzial sieht, und dass er mich gerne dabei haben würde. Wenn ich aber bei den Bayern nicht spiele, dann wird es ganz schön schwer», sagte Görlitz.

dpa

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