Dienstag, 26. Oktober 2004 / 14:34 Uhr
Berlin - Marko Rehmer sieht seine Zeit bei Hertha BSC noch lange nicht abgelaufen. Obwohl der ehemalige Nationalspieler nach dem Ende seiner Doping-Sperre wegen einer nicht gemeldeten Spritze gegen Schmerzen wieder in der Bundesliga spielen könnte, darf er nur im Reserveteam ran.
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«Ich habe schon schwierigere Situationen gemeistert», gibt sich der Abwehrspieler dennoch kämpferisch. «Ich habe bei Hertha noch viel vor, zwei, drei Jahre will ich hier noch spielen», sagte Rehmer im «Tagesspiegel». Das allerdings dürfte schwer werden. Denn Rehmers zu Saisonende auslaufender Vertrag mit dem Hauptstadtclub verlängert sich nur, wenn er bis dahin noch eine bestimmte Anzahl von Bundesliga-Spielen bestreitet.
Marko Rehmer schaut beim Fototermin von Hertha BSC in die Kamera.
Der 32-Jährige nennt es ein «Vertragsgeheimnis», wie viele Spiele nötig sind. Cheftrainer Falko Götz schickt Rehmer erst einmal in die Regionalliga, «um wieder Spielpraxis zu sammeln». Allerdings sucht der einst durch seine enorme Schnelligkeit aufgefallene Profi praktisch schon seit der Weltmeisterschaft 2002 seinen Rhythmus. In Asien wurde er zwar mit Vize-Weltmeister, war aber auch dort wegen einer Verletzung außen vor.
Rehmer wehrt sich gegen sein Image, dass durch zahlreiche Verletzungen und zusätzlich durch seine Migräne-Anfälle geprägt wurde. «Jeder, der sich darüber lustig macht, der sollte selbst mal einen Anfall haben. Als ob ich nicht lieber Fußball spielen würde, als mich mit Migräne herumzuplagen», meinte der Spieler mit Hinweise auf quälende Stunden in verdunkelten Räumen. Bei anderen gesundheitlichen Problemen räumte er eine Teilschuld mit ein: «Vielleicht habe ich den Fehler gemacht, zu schnell zu spielen, wenn eine Verletzung noch gar nicht richtig auskuriert war.»
Mit dem Makel, wegen einer Dummheit am Ende der vergangenen Saison, als er sich ein eigentlich meldepflichtiges Medikament gegen Ohrenschmerzen spritzen ließ, will Rehmer auf keinen Fall von Hertha scheiden. Rund 400 000 Euro Gehalt soll ihn das «Doping-Vergehen» durch Gehaltsabzug schon gekostet haben.
dpa
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