Freitag, 21. Dezember 2007 / 15:25 Uhr
Hamburg - FC Aberdeen, SC Braga, Galatasaray Istanbul, Benfica Lissabon und FC Zürich heißen die Kontrahenten der Bundesliga-Clubs in der UEFA-Pokal-Runde der letzten 32 Mannschaften. Die Deutsche Presse Agentur dpa portraitiert die deutschen Gegner.
anzeige
FC ABERDEEN: Mit dem viermaligen schottischen Meister FC Aberdeen hat der FC Bayern noch eine Rechnung offen: 1983 schied das Münchner Team um den heutigen Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge, Klaus Augenthaler und Paul Breitner im damaligen Fußball-Europapokal der Pokalsieger im Viertelfinale gegen die «Dons» aus. Nach einem 0:0 in München gab es in Aberdeen eine 2:3-Niederlage. Es war die erfolgreichste Zeit des FC Aberdeen, der seinerzeit von Alex Ferguson trainiert wurde, dem inzwischen langjährigen Coach von Manchester United. Das Team um Gordon Strachan besiegte im Finale Real Madrid und holte den Europapokal nach Aberdeen.
Es war der größte Erfolg des 1903 gegründeten Clubs. Das von einheimischen Spielern geprägte Team der Gegenwart von Trainer Jimmy Calderwood qualifizierte sich erst durch einen 4:0-Sieg im letzten Gruppenspiel gegen den FC Kopenhagen für die Runde der letzten 32. Der Tabellensechste der schottischen Liga überwintert damit erstmals seit 22 Jahren wieder im Europapokal. Die Heimspiele des FC Aberdeen finden im 22 199 Zuschauer fassenden Pittodrie Stadium statt.
SC BRAGA: Für Werder Bremen ist es das erste Kräftemessen mit dem portugiesischen Erstligisten, dessen Schmuckstück das neue Stadion ist. Die Arena Estádio Municipal de Braga wurde anlässlich der Europameisterschaft 2004 in einen Granitfelsen gebaut und als eines der interessantesten EM-Bauwerke mit einem Architekturpreis gewürdigt. Auch sportlich hat der Tabellensechste aus Nordportugal spätestens seit dem Trainerwechsel von Jorge Costa zu Manuel Machado im November einiges zu bieten.
In der UEFA-Pokal-Gruppenphase trotzte Braga dem FC Bayern München ein 1:1 ab. Das Tor für Portugals Pokalsieger von 1966 erzielte der Österreicher Roland Linz. Der Stürmer aus der Alpenrepublik befindet sich derzeit in guter Form. Er traf auch am Mittwochabend beim 2:0 gegen Roter Stern Belgrad. Mit diesem Sieg sicherte sich Braga beim siebten internationalen Anlauf das Weiterkommen. Unter Machado spielt die Mannschaft einen offensiveren Stil. Neben Linz und dem Brasilianer Wender kommt auch Portugals Fußball-Idol Joao Pinto (36) zu gelegentlichen Kurz-Einsätzen.
GALATASARAY ISTANBUL: Leverkusen trifft zum dritten Mal in der Europapokal-Geschichte auf einen türkischen Club, erstmals aber auf den 16-maligen Meister Galatasaray. Gegen Fenerbahce Istanbul gab es in der Champions League 2001/02 zwei Siege, gegen Besiktas Istanbul setzte sich die Bayer-Elf im Vorjahr im UEFA-Cup durch. Galatasaray gewann 2000 als erster türkischer Club den UEFA-Pokal. Trainer der Türken ist der deutsche Coach Karl-Heinz Feldkamp, bekannteste Spieler sind der Türke Hakan Sükür und der Ex-Schalker Lincoln.
Auch die beiden früheren Essener Baris Özbek, der in der deutschen U-21- Nationalmannschaft spielt, und Serkan Calik stehen im Kader des Teams. Derzeit führt Galatasaray die Tabelle der türkischen Liga an. «Das ist eine große Herausforderung für uns», sagte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler.
FC ZÜRICH: Der elfmalige Schweizer Meister gilt nach der 0:5- Niederlage in der UEFA-Cup-Gruppenphase gegen Bayer Leverkusen als eher leichter Gegner für den Hamburger SV. Zwar haben die Eidgenossen ein gutes Renommée, die internationalen Erfolge sind aber schon lange her. So erreichten der FC 1964 und 1977 das Halbfinale im Europapokal der Landesmeister. 1964 wurde ihm das Erreichen des Endspiels erst durch Real Madrid verwehrt, 1977 war der englische Rekordmeister FC Liverpool Endstation.
Aktuell ist der siebenmalige Schweizer Pokalsieger in der Liga mit sechs Punkten Rückstand Zweiter hinter dem FC Basel, der beim HSV zum Abschluss der Gruppenphase am Donnerstag ein 1:1 erreichte. Zum dritten Mal innerhalb von zwei Jahren bekommt es der HSV mit einem Schweizer Verein zu tun. 2006 schalteten sie den FC Thun in der Runde der letzten 32 Teams aus. Insgesamt traf der HSV schon 12 Mal auf ein Team aus dem Nachbarland. Dabei gab es sechs Siege, vier Unentschieden und zwei Niederlagen. Zu Hause steht die Bilanz bei vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage.
BENFICA LISSABON: Portugals Rekordmeister Benfica Lissabon hat eine große Europacup-Vergangenheit. Auch der 1. FC Nürnberg hat sich vor langer Zeit mit Benfica duelliert: 1961 schied der «Club» im Europapokal der Landesmeister im Viertelfinale nach einem 3:1-Sieg und einer 0:6-Niederlage in Lissabon gegen den damaligen Titelverteidiger aus. Benfica besiegte mit dem legendären Eusebio im Endspiel auch Real Madrid (5:3).
Die Glanzzeiten sind vorbei, der große Name ist geblieben: In der Champions-League-Gruppenphase wurde Benfica hinter Titelverteidiger AC Mailand und Celtic Glasgow nur Dritter. Seit dem 20. August 2007 ist der Spanier José Antonio Camacho zum zweiten Mal Trainer Trainer in Lissabon, er löste Fernando Santos nach nur einem Spieltag ab.
Das Team hat in Nuno Gomes und Oscar Cardozo zwei starke Stürmer, der 35 Jahre alte Spielmacher Rui Costa will seine Karriere am Saisonende beenden. Zum Kader gehört auch der frühere Leverkusener Torhüter Hans-Jörg Butt, Nummer 1 ist aber Portugals Nationalkeeper Quim. In der Meisterschaft belegt Benfica Rang zwei, abgeschlagen hinter dem amtierenden Meister FC Porto. Die Heimspiele finden in der 65 000 Zuschauer fassenden EM-Arena Estadio Da Luz statt.
dpa
0 Kommentare | Kommentare verstecken
Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.
"Fussball ist mehr als nur ein Sport. Fussball ist Euphorie, Religion und Droge zugleich." Aktuelles zur Droge Fussball, spitz und ohne redaktionelle Schranken, aus unserem Fussball Blog
Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Eduard Geyer (Ex-Trainer von FC Energie Cottbus [im Abstiegskampf mit Cottbus] nach einem Spiel im TV-Interview): Es muss eine Kehrtwende geben. Und die muss 360 Grad sein.
Kommentar schreiben