Freitag, 21. Dezember 2007 / 14:55 Uhr
Hamburg - Helle Begeisterung beim Hamburger SV über das Glückslos FC Zürich: Einen Tag nach dem mit 1:1 gegen den FC Basel erkämpften Gruppensieg sehen die HSV-Profis dem nächsten Duell mit einem Schweizer UEFA-Cup-Kontrahenten voller Zuversicht entgegen.
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«Der FC Zürich ist ein tolles Los. Auf uns wartet eine schöne Reise in die Schweiz und ein sportlich reizvoller, aber auch machbarer Gegner», kommentierte der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann die Auslosung am Sitz der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in Nyon. Angesichts der Zürcher 0:5-Heimschlappe gegen Bayer Leverkusen sind auch bei Kapitän Rafael van der Vaart die Erwartungen hoch: «Wir gehen sicher als Favorit in die Partie und wollen in die nächste Runde einziehen. Dafür werden wir alles geben.»
Bis zum Achtelfinale, wo ein deutsches Duell mit den Leverkusen anstehen würde, falls der Werksclub Galatasaray Istanbul bezwingt, wollte aber noch kein Hanseat blicken. HSV-Trainer Huub Stevens warnte davor, Zürich nach der derben Niederlage gegen Bayer zu unterschätzen. «Es hätte uns aber sicher auch schwerer treffen können. Von der Anreise ist Zürich optimal, und für unsere Fans ist es auch ein gutes Los. Das freut mich», sagte er mit Blick auf die Reisestrapazen im erfolgreichen Jahr 2007. Erstmals seit 26 Jahren überwintert der Traditionsverein in allen drei Wettbewerben.
Für Nationalspieler Piotr Trochowski hat es sich gelohnt, «dass wir Gruppenerster geworden sind. Wir werden Zürich dennoch nicht unterschätzen. Aus dem 0:5 gegen Leverkusen werden sie sicher ihre Lehren ziehen». Das Hinspiel findet am 13. Februar 2008 in Zürich statt, acht Tage später steigt das Rückspiel am Volkspark. Das mögliche Achtelfinale wäre am 6. März in Leverkusen oder Istanbul, Heimrecht hätte man am 13. März.
Ob bis dahin die wichtige Personalie van der Vaart geklärt sein wird, ist zu bezweifeln. «Ich werde in der Winterpause nachdenken, dann gibt es eine Entscheidung», sagte der Regisseur nach dem 1:1 im letzten Gruppenspiel gegen den FC Basel. Damit meinte der 24-Jährige mit Sicherheit aber nur eine Entscheidung über das neue HSV-Vertragsangebot über vier Millionen Euro jährlich. Auch wenn er damit zum Topverdiener in der Vereinsgeschichte aufsteigen würde, deutet alles auf eine Trennung hin.
Beim Basel-Spiel wurden mehr als 20 internationale Scouts auf der Tribüne gesehen. Gerüchten zufolge haben der FC Chelsea und Juventus Turin Interesse. Die Italiener sollen bereits in den nächsten Tagen ein 17-Millionen-Euro-Angebot an den HSV und einen Fünfjahresvertrag für den niederländischen Zauberfußballer abgeben wollen. «Ich habe davon gehört, aber ein konkretes Angebot liegt nicht vor», sagte van der Vaart. Landsmann Stevens fühlt sich nicht in der Rolle des Ratgebers: «Ich bin nicht daran beteiligt, ich halte mich da raus», so der Coach, «die Entscheidung liegt nur bei ihm, er ist erwachsen.»
Nach außen demonstriert der Vorstand Gelassenheit bei dem nervigen Dauerthema. «Wir lassen das alles ganz entspannt auf uns zukommen», sagte Hoffmann, der sich wünscht, dass sich sein Parade-Kicker klar äußert. «Deutlichkeit ist das Beste, was er machen kann.» Klar ist bisher nur, dass der HSV ihn im Winter nicht ziehen lassen wird. Es ist davon auszugehen, dass der kleine Ballkünstler zunächst gar nichts unterschreibt und auf eine lukrative Offerte wartet. Wenn er ganz viel Geduld hat, wartet er sogar die Europameisterschaft ab.
dpa
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