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Hoffenheim aus dem Häuschen

Sinsheim - Trainer Ralf Rangnick machte einen Luftsprung, Präsident Peter Hofmann zeigte später stolz das mit Grasflecken übersäte Trikot von Rostocks Profi Marc Stein und Mäzen Dietmar Hopp feierte mit einem blauen Vereinsschal um den Hals.

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Wie kleine Kinder freuten sich die mächtigen Macher von 1899 Hoffenheim über den 2:1 (1:0)-Sieg im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den Bundesligisten Hansa Rostock - obwohl sie sonst überaus kühl und geschäftsmäßig den Vormarsch des Zweitliga-Dorfvereins im deutschen Profifußball planen. «Ein großartiger Sieg. Das Halbfinale wäre jetzt der Traum», schwärmte Milliardär Hopp.

Pokalschreck

Foto: dpa Bild vergrößern

Die Hoffenheimer Mannschaft bejubelt den Treffer zum 1:0 durch Per Nilsson.

Zum zweiten Mal nach 2003, als die Badener Bayer Leverkusen ausgeschaltet hatten, steht Hoffenheim unter den letzten acht Mannschaften. Jetzt träumt der finanzkräftige Club von einem Heimspiel gegen den FC Bayern, obwohl Hopp lieber gegen 1860 München antreten würde als gegen die Mannschaft seines Golffreundes Franz Beckenbauer. Gegen die «Löwen» schätzt er die Chancen auf ein Weiterkommen natürlich höher ein.

Der deutsche Rekordmeister war zuletzt 1999 bei der Einweihung des Dietmar-Hopp-Stadions Gast in Hoffenheim. Seitdem hat der Verein einen Quantensprung gemacht und zählt zu den interessantesten Projekten im deutschen Fußball. An der Autobahn bei Sinsheim wird bereits am 30 000 Zuschauer fassenden Stadion gebaut. Zur Fertigstellung 2009 will Hoffenheim in der ersten Liga spielen. Ein Umzug für das Viertelfinale beispielsweise ins Karlsruher Wildparkstadion ist kein Thema. «Wir spielen immer hier - selbst wenn der FC Bayern kommt», erklärte Hofmann. Dabei versetzten solche Schlagerspiele den 3300-Einwohner-Ort, in dessen Stadion nicht einmal doppelt so viele Besucher passen, jedes Mal in einen Ausnahmezustand.

Nicht nur Frank Pagelsdorf rechnet damit, dass der derzeitige Tabellen-Achte in der Rückrunde noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitreden wird. «Man hat gesehen, dass Hoffenheim in der Offensive richtig gut besetzt ist», sagte Rostocks Trainer. Vor 5835 Zuschauern wirbelten der 8-Millionen-Euro-Einkauf Carlos Eduardo sowie Chinedu Obasi und Demba Ba die Hanseaten kräftig durcheinander. Die Führung durch Per Nilsson (12. Minute) machte zwar Hansa-Kapitän Enrico Kern (52.) wieder wett, doch mit einem Eigentor von Junior Alves Orestes (71.) besiegelten die Gäste selbst ihr Aus. «Wir waren in jedem Fall die dümmere Mannschaft, weil wir in der Defensive kräftig mitgeholfen haben», meinte Pagelsdorf verärgert.

Dass Vedad Ibisevic, Eduardo und Sejad Salihovic in der Nachspielzeit noch darum stritten, wer den Foulelfmeter für Hoffenheim schießen durfte, und Salihovic prompt an Torwart Stefan Wächter scheiterte - das regte dann selbst den Perfektionisten Rangnick nicht mehr groß auf. Der frühere Bundesliga-Coach war da in Gedanken bereits beim Aufsteiger-Duell beim SV Wehen Wiesbaden. Zum Rückrundenstart muss Hoffenheim mehrere Wochen auf Abwehrspieler Nilsson (Innenbandverletzung im Knie) verzichten. Nun versucht der einkaufsfreudige Pokal-Viertelfinalist, den bereits für die nächste Saison verpflichteten Österreicher Andreas Ibertsberger noch vor Transferschluss vom Zweitliga-Rivalen SC Freiburg loszueisen. Rangnick bezeichnete dies als «eine Option». «Wir machen aber keine verrückten Sachen. Wir spielen ja nicht Monopoly», erklärte er und ergänzte beim Blick auf die grinsenden Gesichter um ihn herum: «Auch wenn das manche denken.»

dpa

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