Dienstag, 12. Februar 2008 / 10:44 Uhr
Aachen - Fehlstart statt Aufstiegsplatz, Frust statt Lust - der 1. FC Köln kommt in der 2. Fußball-Bundesliga nicht auf Touren. Das 2:3 (1:1) bei Alemannia Aachen wirft Trainer Christoph Daum und seine Profis ausgerechnet vor der 60-Jahr-Feier des Traditionsclubs wieder zurück.
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«Nach diesem Spiel herrscht eigentlich Enttäuschung», meinte Daum zur ersten FC-Pleite in Aachen seit dem 31. Mai 1969. Nationalspieler Patrick Helmes, im ausverkauften Tivoli vor 20 200 Zuschauern zweifacher Kölner Torschütze (29./89. Minute), fauchte: «So holen wir in dieser Saison keine zehn Punkte mehr.»
«Wir bekommen Gegentore, die im Profifußball gar nicht passieren dürfen», sagte der künftige Leverkusener Helmes. «Wir haben zu wenig Durchschlagskraft nach vorn», machte Routinier Matthias Scherz als weiteres Manko aus. Und Daum zeigte sich von den zweiten 45 Minuten regelrecht entsetzt: «Das ist unerklärlich und nicht nachvollziehbar, was wir da abgeliefert haben.» Zu wenig Aufopferung, zu wenig Willen, die Niederlage noch abzuwenden - Daum redete seinen Profis in das Gewissen: «Wir müssen die Spiele schnellstmöglich mit einer anderen Grundeinstellung bestreiten.»
Das 1:1 gegen St. Pauli und das 2:3 von Aachen nach Gegentreffern von Laurentiu Reghecampf (37./Foulelfmeter), Geburtstagskind Emmanuel Krontiris (48.) und Cristian Fiel (74.) machen eines klar: So bringen sich die Kölner selbst um den Aufstieg, so treiben sie Daum zur Demission. Der 54-Jährige war augenscheinlich so deprimiert, dass er sogar den umstrittenen Elfmeterpfiff von Referee Peter Sippel vor dem 1:1 diplomatisch beurteilte: «Der Schiedsrichter weiß seine Entscheidung selbst richtig einzuordnen.»
Köln liegt vor dem Spiel beim Tabellen-Letzten Jena als Fünfter einen Punkt hinter den Aufstiegsrängen, Aachen hat nach dem perfekten Einstand des neuen Chefcoachs Jürgen Seeberger mit zwei Rückrunden- Siegen wieder Kontakt nach oben gefunden. Doch die direkte Rückkehr in die 1. Liga ist kein Thema: «Die Fans dürfen träumen, wir mussten vor zwei Spieltagen noch nach unten schauen», warnte Torschütze Fiel vor Euphorie - die ihn beim 3:1 jedoch für kurze Zeit auch überkam.
«Da ich so selten Tore schieße, war es für mich echt etwas Besonderes», sagte der Spanier nach seinem ersten Saisontreffer und dem siebten insgesamt im 110. Einsatz für die Alemannia. Dass er für seinen «Trikot-Striptease» Gelb sah, machte Fiel nichts aus. Im Gegenteil: «Am liebsten hätte ich auch noch die Hose ausgezogen.»
dpa
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