Mittwoch, 13. Februar 2008 / 11:38 Uhr
Hannover - Franz Beckenbauers legendäre Verbrämung als Verlierer-Cup hat bei der TV-Vermarktung durchaus seine Berechtigung: Die Einnahmen im UEFA-Cup sind im Vergleich zur Champions League nur sehr gering.
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«Da muss man ungefähr dreimal so viel spielen, um das gleiche einzunehmen», hat Werder Bremens Clubchef Jürgen L. Born überschlagen. Und da nun gleich fünf Fußball-Bundesligisten in dieser Woche in der Zwischenrunde antreten, haben sich die Verdienstmöglichkeiten sogar weiter verringert. «Wenn Top- Mannschaften wie Bayern oder Werder dabei sind, ist ein Großteil des Geldes abgeschöpft», sagt Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Weitere Verluste drohen von 2009 an, wenn die UEFA die Vermarktung weiter zentralisiert.
Die Etats der Fernsehsender für Europapokalspiele sind begrenzt, die ARD verzichtet sogar komplett. «Der Topf wird gewissermaßen durch fünf geteilt, nicht durch drei oder zwei», erklärt Holzhäuser. Erschwert wird der Verkauf der TV-Rechte auch dadurch, dass die Rückspiele komplett am Donnerstag ausgetragen werden. Die Preise pro UEFA-Cup-Partie variieren daher stark, liegen zwischen 300 000 und maximal einer Million Euro. Mehr erhält nur der FC Bayern München, der sich bis einschließlich des Achtelfinales an Pro7 gebunden hat und pro Heimspiel rund zwei Millionen Euro kassiert.
Vom Viertelfinale an gibt es deutlich weniger zu verdienen, da dann die Zentralvermarktung der UEFA einsetzt, während die Clubs zuvor ihre Heimspiele selber verkaufen können. Für das Erreichen des Viertelfinales zahlt die UEFA pro Verein lediglich eine Prämie von 300 000 Euro, dazu gibt es einen Anteil aus dem insgesamt nur 13,5 Millionen Euro umfassenden Marktpool. Die Höhe dieser Zahlungen richtet sich nach der Anzahl der Clubs aus einem Land - je mehr Bundesligisten weiterkommen, desto weniger gibt es also für den Einzelnen.
Während das TV-Geld aus dem UEFA-Cup für einen Verein wie den 1. FC Nürnberg eine willkommene Zusatzeinnahme darstellt, ist der kleine Europa-Cup für die Spitzenclubs ein wirtschaftliches Problem. «Am Anfang gibt es fast gar nichts», sagt Werder-Clubchef Born, dessen Verein das Champions-League-Aus rund drei Millionen Euro gekostet hat.
Zukünftig könnte sich das Problem für die deutschen Vereine noch verschärfen, den auch die reformierte Gruppenphase im UEFA-Cup mit 48 Teams in zwölf Vierer-Gruppen wird von 2009 an zentral vermarktet. «Das ist ein erheblicher Rückschlag für unsere Teilnehmer. Es wird extreme Differenzen in den Einnahmen zwischen den Teams in der Champions League und denen im UEFA-Cup geben», sagt der HSV- Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann. Auch Bayer-Geschäftsführer Holzhäuser meint: «Die Clubs aus den europäischen Topligen sind bei der Einzelvermarktung sicher schlechter gestellt.»
Langfristig könnte die Zentralisierung aber helfen: «Es wird am Anfang beim Geld eine große Differenz geben zwischen dem UEFA-Cup und der Champions League. Trotzdem glaube ich, es ist der richtige Weg», sagt Bayerns-Chef Karl-Heinz Rummenigge. «Ich hoffe, die UEFA wird hier einen ähnlich guten Job machen wie bei der Champions League.
dpa
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