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Hitzfeld fordert gegen 1860 kühle Köpfe

München - Die «Löwen» würden eine Sensation im heißen Pokal- Derby wie den Aufstieg feiern, doch der Rekordchampion will einer brodelnden Stimmung zum Trotz eiskalt Richtung Finale marschieren.

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«Emotionen spielen mit und Emotionen sind oft nicht berechenbar», warnte Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld vor dem DFB-Pokal-Viertelfinalspiel gegen den TSV 1860 München. «Wir dürfen uns nicht provozieren lassen, müssen eiskalt spielen und nur ein Ziel haben: Das Spiel klar für uns zu entscheiden.»

Bei der 204. Auflage des Stadt-Derbys will Oliver Kahn einfach ein «geiles Spiel» erleben und wünscht sich als Ergebnis «am besten ein Elfmeterschießen und dann 10:9 gewinnen.» Doch auf den Nervenkitzel könnte Uli Hoeneß gut verzichten, bei einer Niederlage hängt der Haussegen ohnehin schief. «Da gibt es keine Entschuldigung, wenn man gegen einen Zweitligisten im Pokal ausscheidet», betonte der Manager - und hat bei der Mannschaft Gehör gefunden. «Wir haben nur ein Spiel, eine Chance. Da ist versagen nicht erlaubt», sagte Mittelfeldakteur Franck Ribéry.

Normalerweise hat der Zweitligist, dessen Mini-Etat von gut sechs Millionen Euro nicht einmal zehn Prozent der 80 Millionen Euro ausmacht, mit denen sich die Bayern in dieser Saison verstärkt haben, keine Chance. Auch deshalb schmerzt jede Derby-Enttäuschung, wie die letzte beim 1:1 im Januar, besonders. «Es ist ein kleiner Stachel, der immer noch tief steckt, und den wollen wir jetzt rausziehen», sagte Hitzfeld.

Auf drei Hochzeiten, in Liga, Pokal und UEFA-Cup, tanzen die Bayern noch in dieser Saison. Die Sechziger, die ihrerseits noch im Aufstiegskampf in Liga zwei gut im Rennen sind, wollen den 13-fachen Cup-Gewinner mit allen Mitteln aus dem Takt bringen. «Wir werden rennen, wir werden kämpfen wie die Löwen», versprach der frühere Bayern-Spieler und heutige 1860-Manager Stefan Reuter. Vor dem «Gänsehaut»-Duell verriet er auch schon das Erfolgsrezept. «Wir werden es nur mit Emotionen schaffen, mit Begeisterung und Leidenschaft», machte der Ex-Weltmeister die junge «Löwen»-Truppe im Bayerischen Fernsehen heiß. «Wir müssen mit dem nötigen Mut zu Werke gehen und dürfen uns vor den Bayern nicht in die Hose machen.»

Erstmals trafen sich die beiden Erzrivalen, deren Geschäftsstellen nur 1065 Schritte voneinander entfernt sind, am 21. September 1902. Die «Roten», also der FC Bayern, siegte damals 3:0. Insgesamt gab es 104 Siege für die großen Münchner, 49 für die kleinen und 50 Unentschieden. Die Freundschaftsspiele der jüngeren Vergangenheit aber bestimmte 1860 mit drei Siegen und einem Remis. «Es gibt keine Ausreden, dass es ein Freundschaftsspiel ist», stellte Hoeneß klar. Das letzte Pokal-Derby gab es im Mai 1967 beim 3:1 für die Bayern - damals stand 1860 zum letzten Mal in einem Halbfinale.

München ist seit der DFB-Pokal-Auslosung in rot und blau geteilt, und selbst der abgebrühte Hitzfeld freute sich, noch mal in den «Genuss» eines Derbys zukommen. «Wir haben ja einige brisante Derbys gehabt, wo immer Hochstimmung war, wo immer Fans elektrisiert waren, wo den Emotionen freien Lauf gelassen wurde auf dem Platz und auf den Zuschauerrängen», geriet der scheidende Trainer regelrecht ins Schwärmen. Während er seinen neuen Stars noch «Nachhilfe» über den Mythos Derby geben musste, hatte es 1860-Trainer Marco Kurz da einfacher: «Unsere Spieler aus Bayern leben das von Kindheit auf.»

Voraussichtliche Aufstellungen:

FC Bayern München: Kahn - Lell, Lucio, van Buyten, Lahm - Altintop, Zé Roberto, Ottl, Ribéry - Toni, Podolski

TSV 1860 München: Hofmann - Baumgartlinger, Berhalter, Thorandt, Hoffmann - Schwarz, Lars Bender - Bierofka, Gebhart, Holebas - Kucukovic Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)

dpa

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