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BVB hofft auf sportliche Renaissance

Dortmund - Adieu Tristesse. Noch Minuten nach dem 3:1 (2:1) über 1899 Hoffenheim feierten die Profis von Borussia Dortmund zusammen mit den Fans vor der mächtigen Südtribüne sportliche Wiederauferstehung.

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Der erste Einzug in das Pokal-Halbfinale seit 19 Jahren weckte Hoffnungen auf ein nahes Ende des grauen Mittelmaßes, mit dem sich der einstige Branchenriese seit dem finanziellen Absturz begnügen muss. Die Freude der Zuschauer übertrug sich auf Trainer Thomas Doll: «Unser Weg ist noch nicht zu Ende. Das könnte ein richtig gutes 2008 werden, wir haben einen kleinen Lauf.»

Borussia Dortmund - 1899 Hoffenheim

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Der Dortmunder Giovanni Federico jubelt nach seinem Tor zum 1:0.

Schon während der Party im zuletzt eher ruhigen Dortmunder Fußball-Tempel wurden Erinnerungen an 1989 wach, als der BVB mit dem Pokalsieg über Bremen den Grundstein für eine erfolgreiche Ära legte. Inmitten der Euphorie sahen alle Beteiligten großzügig über die vielen spielerischen Mängel hinweg, die den BVB trotz 3:1-Führung durch die Tore von Giovanni Federico (20. Minute), Tinga (23.) und Mladen Petric (54.) gegen starke Hoffenheimer fast noch den Erfolg gekostet hätten. Selbst beste Konterchancen wurden kläglich vergeben.

Marc Ziegler bewahrte den Revierclub mit zahlreichen Glanzparaden vor einer Blamage. Auch der Verweis des Trainers auf die jüngste Bilanz mit sechs Siegen aus den vergangenen neun Pflichtspielen konnte den Torhüter nicht aus der Reserve locken. Ähnlich unaufgeregt wie zuvor auf dem Platz gab er sich auch nach dem Schlusspfiff: «Otto Rehhagel hat einst den Begriff kontrollierte Offensive geprägt. Bei uns herrscht nun kontrollierte Freude.»

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Anders als zuletzt erweist sich der DFB-Pokal als lukrativer Nebenerwerb. Auf 1,5 bis 2 Millionen Euro bezifferte BVB- Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke die Einnahmen im Halbfinale am 18./19. März. Damit beläuft sich der bisher absehbare Pokal- Gesamterlös auf über vier Millionen Euro, im Etat waren nur 250 000 Euro eingeplant. Gleichwohl wollte Watzke den größten Erfolg seit mehr als Jahren weder aus sportlicher noch aus finanzieller Sicht überbewerten: «Wir verfallen nicht in Depressionen, wenn es heißt, wir spielen gegen den Abstieg. Es gibt aber auch keinen Überschwang, wenn es in die andere Richtung geht.»

Nicht nur die Borussen wurde nach dem Schlusspfiff gefeiert. Rund 4500 mitgereiste Hoffenheim-Anhänger applaudierten den tapferen Verlierern, die dem Favoriten viel abverlangt hatten. Zwar ging beim Zweitligisten eine Serie mit zuletzt fünf siegreichen Pflichtspielen zu Ende, doch das Selbstvertrauen nahm keinen Schaden. Vor allem die Offensiv-Abteilung des Teams bewies Erstligatauglichkeit. Trainer Ralf Rangnick analysierte treffend, was seinem Team noch fehlt: «Es hat sich gezeigt, dass in Spielen auf solch einem Niveau ein gewisses Maß an Körperlichkeit eine Rolle spielt.»

Mit Hilfe von Software-Milliardär Dietmar Hopp sollte es gelingen, auch dieses Defizit zu beheben. Kaum jemand im Stadion zweifelte daran, dass sich beide Teams schon bald in der 1. Liga wiedersehen. Rangnick wertete den Auftritt als Test für höhere Aufgaben und wird dem Mäzen sicher schon bald einen neuen Wunschzettel zukommen lassen: «Das Spiel hat mir wichtige Erkenntnisse für die Zukunft geliefert.»

dpa

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