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Elfer-Held Ribéry macht den Millionen-Unterschied

München - Frech - frecher - Ribéry: 120 Minuten hatte die tapfere Rasselbande des TSV 1860 dem FC Bayern in einem irren Münchner Pokal-Derby erfolgreich die Stirn geboten, dann kam der Millionen-Unterschied doch noch zum Tragen.

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Beim Elfmeterschießen vor dem Elfmeterschießen demonstrierte der 25 Millionen Euro teure Fußball-Ausnahmekönner Franck Ribéry jenen Klassenunterschied, der dem Favoriten beim 1:0-Sieg nach Verlängerung bis dahin abgegangen war. Erst traf Ribéry eiskalt rechts unten, dann in der notwendigen Wiederholung rotzfrech mit einem Lupfer mitten ins Tor.

Am Ball

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Bayerns Mark van Bommel (l) ist vor dem 1860er Gregg Berhalter am Ball.

«Ich wusste sofort, wie ich es anstellen wollte», berichtete Schlitzohr Ribéry, der sich beim zweiten Elfer seiner Sache sehr sicher war: «Ich habe gesehen, dass der Torwart nervös war und springen wird. Und außerdem: Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.» Der Lupfer in die Tormitte sei ein Schuss, «den ich mag», sagte Ribéry: Ein «Opfer» der Variante, bei welcher der Schütze zum Helden oder Deppen werden kann, war in dieser Saison schon Werder Bremens Torwart Tim Wiese beim Münchner 4:0 am 2. Bundesliga-Spieltag.

Bayern-Manager Uli Hoeneß nannte die Aktion «verrückt», und auch Oliver Kahn konnte nur staunen über die Abgebrühtheit des Franzosen. «Man muss sich das mal überlegen: Man schießt den ersten Elfer topsicher unten rechts rein, der Ball wird wiederholt. Mental eine unglaublich schwierige Situation. Aber was macht der! Das ist legendär. Solche Spieler gibt es nur ganz wenige auf der Welt.» Sogar 1860-Schlussmann Philipp Tschauner äußerte einfach nur pure Hochachtung für seinen umjubelten Bezwinger: «Ein cooler Hund.»

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Über Ribérys Ein-Mann-Schau, die die Bayern zum 20. Mal ins Pokal- Halbfinale beförderte und ihnen die Chance auf drei Titel erhielt, gab es keine zwei Meinungen. Über den Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen), der auch für zwei seiner drei Gelb-Roten Karten für Bayern-Angreifer Luca Toni (84.) sowie die «Löwen» Benjamin Schwarz (111.) und Markus Thorandt (120.+4) Kritik erntete, schon: Beim Foulspiel von Chhunly Pagenburg an Miroslav Klose blieb strittig, ob es nicht vor der Strafraumlinie erfolgt war. Eine «waghalsige Entscheidung» nannte es der wütende 1860-Coach Marco Kurz: «Es ist ganz bitter, nach so einer Entscheidung zu verlieren.»

Der aufgrund des Chancen-Plus verdiente Bayern-Sieg wahrte die Machtverhältnisse in München. «Bayern war die Nummer 1 und wird auch immer die Nummer 1 bleiben», meinte Trainer Ottmar Hitzfeld nach dem 105. Sieg der «Roten» im 204. Lokalderby, das zäh begann, niemals hochklassig wurde, aber emotionsgeladen und dramatisch endete. «Mehr an Unterhaltungswert kann ein Fußballspiel nicht bieten», urteilte Hoeneß, der gleich sein Wunschlos für das Halbfinale, das an diesem Sonntag ausgelost wird, parat hatte: «Carl Zeiss Jena zu Hause.»

Fußballerisch müssen die Bayern aber schleunigst wieder mehr bieten, wenn die Großinvestition in den Luxus-Kader tatsächlich Rendite in Form von bis zu drei Titeln abwerfen soll, wie Kapitän Kahn deutlich anmerkte: «Das Spiel hat exakt das Manko gezeigt, was wir in dieser Saison haben: Wir bestimmen fast immer die Spiele, aber letztendlich kommt nichts dabei heraus.» Auch Hitzfeld war mit der gezeigten Leistung «nicht zufrieden», etliche Akteure schwächeln bedenklich - und schon am Samstag muss der Bundesliga-Spitzenreiter beim FC Schalke Größe demonstrieren. Gegen Schalke wird Ribéry erstmals wieder von Beginn an spielen, «auch wenn ich heute ein bisschen kaputt bin». Dass der Kräfteverschleiß ein Problem sein könnte für Bayern, wischte Hoeneß beiseite: «Wir sollten aufhören zu lamentieren. Das sind Profis, Samstag ist Spiel - basta!»

dpa

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