Freitag, 29. Februar 2008 / 12:36 Uhr
Freiburg - Die Null hält Nadine Angerer schon so lange fest wie weltweit keine Nationaltorhüterin vor ihr, die Nummer eins beim olympischen Fußball-Turnier in Peking hat sie aber noch längst nicht sicher.
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Obwohl die 29-Jährige nunmehr 872 Minuten ohne Gegentor ist, rief Bundestrainerin Silvia Neid nach dem 2:0 (0:0) der Weltmeisterinnen gegen China ein offenes Duell zwischen Angerer und Silke Rottenberg für Peking aus. «Wir haben den Luxus, dass wir zwei super Torfrauen haben», sagte Neid nach dem Sieg gegen die defensivstarken Olympia-Gastgeberinnen in Freiburg. «Wir haben mit Nadine und Silke abgesprochen, dass 2007 vorbei ist. Jetzt haben beide die gleiche Chance verdient, und am Ende wird die Bessere bei den Olympischen Spielen im Tor stehen.»
Ein WM-Bonus wird Angerer, die Rottenberg nach deren Kreuzbandriss vor der WM im vergangenen Jahr aus dem Tor verdrängt und ohne Gegentreffer maßgeblichen Anteil am Titelgewinn in China hatte, nicht eingeräumt. «Sie muss sich jetzt genauso wieder bewähren und zeigen wie Silke auch», meinte Neid. Immerhin durfte die zum schwedischen Erstligisten Djurgarden IF gewechselte Angerer vor 18 346 Zuschauern, unter ihnen erstmals Bundestrainer Joachim Löw, das Länderspieljahr zwischen den Pfosten eröffnen. Und sie konnte bei dem von Birgit Prinz mit ihrem 117. Treffer im 174. Länderspiel per Foulelfmeter (80. Minute) und Petra Wimbersky (89.) sichergestellten Erfolg erste Punkte sammeln. «Nadine hat ihre Abwehr gut organisiert und alles gehalten, was aufs Tor kam», betonte Neid.
Bereits am 5. März in der ersten Partie des Algarve-Cups in Portugal gegen Dänemark muss die Ex-Potsdamerin aber weichen. «Da spielt Silke, das ist so besprochen. Es ist auch fair, dass sie ihre Chance bekommt. Sie hat das in den letzten Jahren akzeptiert, also tue ich das jetzt auch», meinte Angerer. In einer guten Position sieht sich die jahrelange Nummer zwei vor der bis zur EM-Qualifikation im Mai geplanten Dauerrotation aber allemal: «Ich habe neun Mal zu Null gespielt und keine gravierenden Fehler gemacht. Warum sollte Silvia Neid da etwas ändern?»
Da auch die 36 Jahre alte DFB-Rekordtorhüterin Rottenberg mit einem WM-Titel (2003), drei Europameisterschafts-Erfolgen (1997, 2001, 2005) und zwei olympischen Bronzemedaillen (2000, 2004) in 123 Länderspielen große Verdienste vorzuweisen hat, ist der Bundestrainerin jetzt schon klar: «Das wird eine harte Entscheidung für mich.»
Mit den Eindrücken aus dem China-Spiel war die 43-Jährige «sehr zufrieden», obwohl nach fast vier Monaten ohne Länderspiel das Kombinationsspiel häufig noch holprig gewesen war. «Die Spielerinnen wirken fitter als zu Beginn des vergangenen Jahres», stellte Neid fest. Beim Algarve-Cup hofft sie auf weitere Erkenntnisse für die Benennung ihres 18-köpfigen Olympia-Kaders: «Wir wollen am liebsten, dass die Gegnerinnen uns aufzeigen, wo unsere Schwächen sind.»
dpa
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