Sonntag, 2. März 2008 / 12:02 Uhr
London - Der Ausrutscher des FC Arsenal hat auch Michael Ballack und den FC Chelsea ins Rennen um die englische Fußball- Meisterschaft zurückgebracht.
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Während der Tabellenführer der Premier League beim 1:1 gegen Aston Villa erst in letzter Sekunde die erste Heimniederlage der Saison abwenden konnte, feierten die Verfolger Manchester United (3:0 in Fulham) und Chelsea (4:0 bei West Ham United) mit Ballack als Torschützen Auswärtssiege und verkürzten den Abstand. «Wir können Meister werden. Ich gebe nie auf und werde auf meine alten Tage damit nicht anfangen», verkündete Chelsea-Trainer Avram Grant trotz der immer noch sieben Punkte Rückstand auf die Spitze. Das große Plus für die «Blues»: Sie haben ein Spiel weniger ausgetragen als die Rivalen und können noch näher herankommen.
Neben Nationalmannschaftskapitän Ballack, dem mit einem spektakulären Volleyschuss sein viertes Saisontor gelang (22.), trafen Frank Lampard (16./Foulelfmeter), Joe Cole (20.) und Ashley Cole (64.) für Chelsea, das nach einer Roten Karte für Lampard wegen Tätlichkeit (34.) mit zehn Mann auskommen musste. Der Platzverweis des Mittelfeldkollegen gibt Ballack in den kommenden Wochen die Chance, seine Position in der Zentrale weiter zu festigen.
Medienberichte über eine angebliche Unruhe im Team hatte Coach Grant vor dem Match gegen West Ham als «Lügen» abgetan und der englischen Presse vorgeworfen, sie wolle Mannschaft und Verein «verletzen». Dennoch schrieb das Boulevardblatt «News of the World» von einem bevorstehenden «Exodus» von Stars wie Didier Drogba, Lampard oder Michael Essien, sollte Grant auch in der nächsten Saison Chelsea-Trainer bleiben.
Weit heikler ist die Lage indes bei Spitzenreiter Arsenal, wo Nationaltorhüter Jens Lehmann weiter zum Zuschauen verdammt ist. Mit dem 1:1 gegen Aston Villa verteidigten die «Gunners» zwar Platz eins, doch die Leistung ließ für das Champions League-Rückspiel beim AC Mailand wenig Grund für Optimismus. «Wir hatten noch einen Kater vom letzten Wochenende», entschuldigte Coach Arséne Wenger seine Elf. In der Vorwoche hatte Arsenal bei Birmingham City nach einem brutalen Foul seinen kroatischen Angreifer Eduardo da Silva durch Beinbruch verloren und ein 2:2 hinnehmen müssen. Gegen Villa glich Nicklas Bendtner erst in der Nachspielzeit (90.+3) die Führung der Gäste durch ein Eigentor von Philippe Senderos (27.) aus.
«Sie haben mal wieder in ihren üblichen sieben Minuten Nachspielzeit getroffen», stichelte Manchester United-Coach Sir Alex Ferguson in Richtung Arsenal. Sein eigenes Team hatte in Fulham leichtes Spiel und kam durch das 3:0 bis auf einen Zähler an den Rivalen aus London heran. Ex-Bayern-Profi Owen Hargreaves mit seinem ersten ManU-Tor (14.) und Ji-Sung Park (45.) sowie ein Eigentor von Simon Davies (72.) sorgten für klare Verhältnisse. Derweil kommt auf Ferguson womöglich in vier Jahren eine schwierige Aufgabe zu. Laut einem Bericht der «Times» soll der Erfolgstrainer bei den Olympischen Spielen 2012 in London die britische Fußball-Mannschaft coachen.
dpa
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