Mittwoch, 5. März 2008 / 15:13 Uhr
Hamburg - Als der FC Arsenal die Hoffnungen des AC Mailand auf die erste Titelverteidigung in der Champions League überhaupt zunichte gemacht hatte, schlug Silvio Berlusconi entschieden auf den Tisch.
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«Ancelotti bleibt», sprach Milans mächtiger Club-Chef ein Machtwort nach der mit 0:2 erlittenen ersten Heimpleite gegen eine englische Fußball-Mannschaft im zwölften Vergleich. Doch die Diskussionen über den umstrittenen Trainer beendete er damit nicht. «Jetzt kommt Lippi», titelte die «Corriere dello Sport».
Der Stachel saß tief im San-Siro-Stadion nach der trotz eines 0:0 im Hinspiel verpassten sechsten Viertelfinal-Teilnahme in Serie. Die Enttäuschung spiegelten die Titelzeilen der italienischen Zeitungen am Tag danach wider: «Arsenal beendet eine Ära», schrieb «LUnità», für die «Corriere della Sera» war es «eine epochale Niederlage für eine Mannschaft, die alles gewonnen hat», und «La Gazzetta dello Sport» meinte kurz und bündig: «Eine Ära ist zu Ende gegangen.»
Jens Lehmann musste den Sieg der «Gunners» durch Tore von Fabregas (84. Minute) und Adebayor (92.) vor 81 879 Zuschauern von der Bank mitansehen. Almunia stand wieder im Tor und blieb weitestgehend ohne Beschäftigung. «Man sah schon am Anfang der zweiten Halbzeit, dass Milan das Tempo nicht mithalten konnte. Am Ende haben wir sicher verdient gewonnen», sagte Lehmann im «Premiere»-Interview. Der 38- Jährige hofft weiter auf Einsätze und meinte in Richtung seines Trainers: «Bei Arsene Wenger weiß man nie.»
Die «Sun» feierte Torschütze Fabregas nach seinem Supertor aus 30 Metern: «Er überflügelte sogar den majestätischen Kaka mit einem Auftritt, nach dem Real Madrid und Barcelona wieder an Arsenals Tür klopfen dürften.» Während Wenger im «Mirror» seine «Wunderkinder» lobte und der «Daily Telegraph» schwärmte, «noch nie hat Arsenal im Ausland so gut gespielt; noch nie wurde Mailand so zerstört in ihrer Festung San Siro zurückgelassen», sagte Fabregas: «Es ist ein Traum.»
Zu einem Alptraum und Fest zugleich wurde für den FC Barcelona der souveräne Einzug ins Viertelfinale. Beim 1:0 gegen Celtic Glasgow, den Xavi (3. Minute) sicherstellte, verletzte sich Dribbelkünstler Lionel Messi abermals schwer. Wie im Dezember und Januar, als er mehr als fünf Wochen pausieren musste, riss ein Muskel im linken Oberschenkel des 20-Jährigen, der in der 38. Minute unter Tränen vom Platz humpelte. Sechs Wochen Pause lautet die Diagnose der Ärzte für Barca, das der spanischen Presse eine Mitschuld an Messis Verletzung gab. Die Zeitungen hätten Trainer Frank Rijkaard unter Druck gesetzt und den Einsatz des Argentiniers verlangt, sagte Kapitän Carles Puyol vor Journalisten. «Da habt Ihr, was Ihr wolltet!»
Vom Depp zum Matchwinner wurde beim «historischen Sieg» («Aksam») von Fenerbahce Istanbul Torhüter Volkan. Bei zwei frühen Gegentoren des FC Sevilla sah er schlecht aus, doch im siebten Penalty-Schießen der Champions-League-Geschichte wurde er zum Supermann und hielt gleich drei Elfmeter. Die spanische Zeitung «As» stellte fest: «Mit seiner Konzeptlosigkeit in der Defensive wirke der FC Sevilla wie eine Armee, die mit Bermuda-Shorts und Badelatschen in die Schützengräben zieht.» Die türkische Tageszeitung «Hürriyet» titelte: «Fenerbahce schreibt Geschichte.» Und Club-Präsident Aziz Yildirim meinte: «Wir haben gesagt, dass wir ein Gigant sein wollen.»
Dank der Heimstärke darf Manchester United weiter vom zweiten Titel nach dem denkwürdigen Finalsieg gegen Bayern München 1999 träumen. Die «Red Devils» setzten sich mit 1:0 gegen Olympique Lyon durch und feierten zudem einen besonderen Rekord. Zum 10. Mal in Serie gewann ManU daheim, was bisher nur Juventus Turin zwischen 1996 und 1998 gelungen war. Für den Unterschied sorgte einmal mehr Cristiano Ronaldo, der kurz vor der Pause den einzigen Treffer markierte und nach dem 1:1 im Hinspiel das Weiterkommen sicherte.
dpa
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