Donnerstag, 6. März 2008 / 12:56 Uhr
München - Alle sprechen von Hoffenheim, doch auch der SV Wehen Wiesbaden kann im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga ein Wörtchen mitreden.
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Der Klassenneuling wehrt sich zwar mit Händen und Füßen gegen das Thema «erste Bundesliga», doch mit nur zwei Punkten Rückstand auf den dritten Tabellenplatz ist der Durchmarsch ins Fußball-Oberhaus keine Utopie. Mit einem Sieg bei Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena ist ein Aufstiegsplatz drin, wenn die Konkurrenz aus Hoffenheim, Köln und Freiburg Federn lassen sollte.
Nach vier Siegen in Serie träumen die Fans in der 6600 Einwohner zählenden Taunus-Gemeinde von der ersten Liga, doch im Verein ist das Thema Aufstieg tabu. «40 Punkte und basta. Alles andere interessiert uns nicht», weist Trainer Christian Hock fast gebetsmühlenartig auf das Saisonziel Klassenverbleib hin. Auch Manager Uwe Stöver beschäftigt sich nicht mit dem Aufstieg: «Im Vergleich zu den Clubs, die in der Tabelle um uns herum stehen, sind wir ein kleines Licht, haben den kleinsten Etat und die geringsten Mittel.»
Bei Wehens Gegner Jena ist alles anders. Der seit sechs Spielen sieglose Tabellenletzte plant bereits für die 3. Liga und bastelt an der Mannschaft für die kommende Saison. So gut wie sicher ist der Abschied von Jan Simak, der mit dem VfB Stuttgart liebäugelt. Auch den Kellerkindern in Paderborn, das seit fünf Partien auf einen «Dreier» wartet und bei 1899 Hoffenheim (fünf Siege hintereinander) antreten muss, Aue und Kaiserslautern droht der Abstieg, aber in der Pfalz gibt man sich noch nicht auf. «Wir haben noch eine Chance», meinte Trainer Milan Sasic vor dem Derby gegen Freiburg.
Nach zuletzt fünf Auswärtsspielen ohne Sieg brauchen die Breisgauer endlich wieder auf fremdem Platz drei Punkte, um ins Aufstiegsrennen zurückzukehren. Um Anschluss an die Aufstiegsplätze kämpft auch der 1. FC Köln, dem aber die schwache Defensive einen Strich durch die Rechnung machen könnte. «30 Gegentore sind für eine Spitzenmannschaft zu viel», kritisierte Manager Michael Meier. Von den ersten acht Mannschaften hat nur Aufsteiger Wehen (31) mehr Gegentore kassiert.
Den TSV 1860 München, der von den acht Aufstiegsanwärtern die wenigsten Treffer (31) erzielte, könnte die schlechte Torausbeute den Aufstieg kosten. Die Top-Torjäger Antonio di Salvo, Berkant Göktan und Markus Schroth fehlen weiterhin wegen Verletzung, doch Trainer Marco Kurz will mit einem Sieg beim FC St. Pauli die Aufstiegschance nutzen: «Wir können uns noch oben festbeißen.»
Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach erwartet beim heimstarken FC Augsburg eine schwere, aber lösbare Aufgabe. Bereits am Freitag kann die SpVgg Greuther Fürth den FSV Mainz 05 (am Sonntag gegen Offenbach) mit einem Sieg bei Alemannia Aachen vorübergehend vom zweiten Platz verdrängen. Innenverteidiger Marino Biliskov ist nach seiner Sperre wieder dabei. Auch Stürmer Stefan Reisinger, der wegen einer abfälligen Geste in Richtung Trainer zu 2000 Euro Geldstrafe verdonnert wurde, steht im Aufgebot.
dpa
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