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Werder droht durch Wieses Patzer UEFA-Pokal-Aus

Glasgow - Vom Elfmeter-Killer zum Fliegenfänger, vom gefeierten Helden zum verspotteten Verlierer: Werder-Keeper Tim Wiese erlebt im UEFA-Cup emotionale Extreme. Durch die 0:2 (0:1)-Pleite bei den Glasgow Rangers sind Werders Viertelfinale-Chancen auf ein Minimum gesunken.

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Drei Wochen nach dem Jubel um die beiden parierten Strafstöße gegen den SC Braga unterliefen dem Bremer Fußballprofi im Hinspiel bei den Glasgow Rangers zwei unglaubliche Fehler. «So eine Scheiße», kommentierte Wiese immer wieder seine Patzer.

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Die Rangers um den Torschützen Daniel Cousin (2.vr) jubeln über das 1:0.

Die schottischen Medien bedachten den «Flattermann» mit Spott und Häme. «Witz-Torwart gibt Rangers große Chance», titelte die «Scottish Sun». Wiese beschönigte nichts. «Es gibt so Tage, da klappt nichts. Ich muss das jetzt abhaken und nach vorne schauen.»

Mit brüchiger Stimme erklärte der 26-Jährige später, wie er sich zunächst den harmlos wirkenden Schuss von Daniel Cousin (45.) selbst ins Tor boxte: «Der Ball flattert ganz schön, er rutscht mir durch die Hände. Ich dachte erst noch, der geht noch auf die Latte - aber dann ist er drin.» Und als wenn dieses unnötige Gegentor unmittelbar vor der Pause nicht schon schlimm genug gewesen wäre, unterlief Wiese bereits zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff der nächste haarsträubende Fehler, als er eine Hereingabe von Cousin genau vor die Füße des dankbaren Steven Davis (47.) faustete.

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«Das ist dumm gelaufen, den muss ich festhalten», kommentierte der kleinlaute Keeper. Die nach dem Spiel gegen Braga aufkommende Diskussion über einen möglichen Einsatz in der Nationalmannschaft, für den sich Manager Klaus Allofs stark gemacht hatte, dürfte nach Wieses Auftritt im Ibrox-Park für längere Zeit beendet sein.

«Es ist das Schicksal eines Torhüters», sagte Allofs. «Noch vor kurzer Zeit wurde er gefeiert.» Der Keeper wurde vom Manager aber ebenso in Schutz genommen wie von den Mitspielern. «Er hat uns auch schon Spiele gerettet», sagte Kapitän Frank Baumann. Zuspruch bekam der Keeper, der von den Rangers-Fans in der zweiten Halbzeit verhöhnt wurde, auch vom Clubchef. «Das macht Tim nichts aus, das macht ihn nur noch stärker», sagte Jürgen Born und verwies auf das Spiel bei Juventus Turin vor zwei Jahren, als ein Wiese-Fehler den Einzug ins Viertelfinale der Champions League kostete. Danach spielte Wiese lange in Hochform.

Ärgerlich waren die Gegentore vor allem deshalb, weil Wiese sonst wenig zu tun hatte. «Die haben keinen großartigen Fußball gespielt», sagte Clubchef Born über den passiv und im eigenen Stadion überraschend defensiv agierenden schottischen Rekordmeister. Allerdings lässt sich über den Auftritt der Bremer fast das Gleiche sagen. Der Bundesliga-Zweite fand kein Mittel gegen die schottische Abwehr. Nur ein einziges Mal (Markus Rosenberg/22.) schoss Werder auf das Rangers-Tor. «Wir haben massive Aufbauarbeit geleistet», meinte Allofs und erinnerte bei der Frage nach dem Rückspiel am kommenden Donnerstag an die berühmten Werder-Wunder: «Jetzt müssen wir wieder einen großen Abend fabrizieren.»

dpa

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