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Schiedsrichter Rafati sorgt für einzigen Aufreger

Dortmund - Lucien Favre litt an plötzlichem Gedächtnisschwund. Der Trainer des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC Berlin wollte den einzigen Aufreger eines unansehnlichen 1:1 bei Borussia Dortmund schnell vergessen.

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«Ich erinnere mich nicht mehr. Für mich ist das auch vorbei», kommentierte Favre seine Verbannung auf die Tribüne durch Schiedsrichter Babak Rafati in der 54. Minute. Die kuriose Szene stellte die Tore von Dortmunds Sebastian Kehl (45.) und Berlins Marco Pantelic (50.) beim Fehlpass-Festival beider Teams deutlich in den Schatten.

Ausgleich

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Die Berliner Simunic (l) und Pantelic freuen sich über den Ausgleichstreffer.

Vor 69 400 Zuschauern im Signal Iduna Park zeigte der Referee kurz nach Herthas Ausgleich dem sichtlich verdutzten Torschützen die rote Karte, nahm sie unmittelbar darauf jedoch wieder zurück. «Es lag hier ein Missgeschick in der Kommunikation vor», erklärte Rafati, unter dessen Spielleitung der BVB einfach nicht gewinnen kann. Fünfmal pfiff der Hannoveraner ein Spiel der Dortmunder, doch keines gewann die Borussia. Rafatis Assistenten hatten signalisiert, am Trikot gezogen und beleidigt worden zu sein und meinten anstatt Pantelic Favre, der schließlich den Innenraum verlassen musste. «Somit ist nichts passiert, auch wenn es natürlich nicht optimal aussieht, keine Frage», bekannte der 37 Jahre alte Referee.

Herthas Trainer entschuldigte sich nach dem Spiel zwar beim Unparteiischen, dennoch droht ihm nun ein Sperre. «Ich darf das nicht machen. Das war falsch», sagte Favre. Rafati meldete die Situation dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), das nun entscheiden muss. Favre war nicht nur mit sich, sondern auch mit seinen Spielern unzufrieden. «Ich kann mit diesem 1:1 leben, aber wir haben noch viel zu tun, machen noch zu viele technische Fehler», sagte der Schweizer, dessen Mannschaft mit nun 31 Punkten auch im fünften Spiel in Serie ungeschlagen blieb.

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Doch für die Hauptstädter war in Dortmund mehr drin. Von zwei schwachen Teams war die Hertha das bessere. Das musste auch BVB-Coach Thomas Doll anerkennen: «Wenn sie den finalen Pass besser vorbereiten, hätten wir noch große Probleme bekommen können.»

Der BVB hat derzeit größere Sorgen. «29 Punkte sind ein bisschen wenig. Wir bewegen uns ja gar nicht», sagte der niedergeschlagene Doll. Sein Team stagniert im Mittelmaß. Obwohl der Coach in Mladen Petric, Alexander Frei und Nelson Valdez drei gelernte Stürmer aufs Feld geschickt hatte, entwickelte Dortmund keinen Druck. «Das ist eigentlich die gesamte Saison schon so. Wir stellen uns ziemlich oft hinten rein», kritisierte Petric, der einen schwachen Tag erwischt hatte.

«Wenn ich mir selbst eine Note geben würde, würde ich mir wahrscheinlich einen Strich geben für nicht anwesend oder unterirdisch», bekannte der Kroate kleinlaut. Dessen Auftritt hatte auch Doll registriert. «Wenn du zwei, drei Spieler dabei hast, die nicht ihre Leistung abrufen, kannst du kein Bundesligaspiel gewinnen», ärgerte er sich. Ziemlich deutlich brachte er zum Ausdruck, dass ihm für die Dortmunder Ansprüche die personellen Alternativen fehlen: «Ich appelliere daran, dass wir zur neuen Saison unseren Kader in der Breite verstärken.»

dpa

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