Sonntag, 9. März 2008 / 17:02 Uhr
Mailand - Mit einem rauschenden Geburtstagsfest und einem 2:0-Sieg in der italienischen Serie A gegen Reggina Calcio hat Inter Mailand sein 100. Vereinsjubiläum gefeiert.
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Insgesamt weit über 100 000 Tifosi bejubelten Italiens Nobelclub im Stadio San Siro und danach beim Anschnitt einer gigantischen Geburtstagstorte auf dem Mailänder Domplatz. Unter den Ehrengästen des 15-maligen Meisters und derzeitigen Spitzenreiters der Serie A waren auch die früheren deutschen Inter-Stars Jürgen Klinsmann, Lothar Matthäus und Andreas Brehme.
«20 Jahre haben wir uns nicht mehr gesehen, aber die Freundschaften habe ich nie vergessen», sagte Ex-Bundestrainer Klinsmann der «La Gazzetta dello Sport». Matthäus erinnerte sich an das entscheidende Tor zum Titelgewinn 1989 in Neapel, als «sein schönstes Erlebnis mit Inter». «Ja, wir waren schon eine tolle Truppe», bestätigte Brehme.
Noch größeren Applaus als die Ex-Stars der jüngeren Zeit, erhielt nur Antonio Carraciola, mit 91 Jahren Inters ältester noch lebender Titelgewinner. Auch Club-Chef Massimo Moratti wurde bejubelt. Italiens Rock-Idol und Inter-Fan Adriano Celentano, der den Vereinspräsidenten nach seinem Geburtstagständchen zu sich auf den Rasen bat, ging vor Moratti gar in die Knie.
Moratti gilt als der große Gentleman des italienischen Fußballs. Im Überschwang der Gefühle konnte er sich kurz vor dem Wochenende einen Seitenhieb auf den Stadtrivalen AC Mailand allerdings nicht verkneifen. «Inter ist Mailands Prestigeclub», betonte Moratti, was Milans Vizepräsident Adriano Galliani «wenig elegant» fand.
Vor dem Anpfiff gegen Reggina spannten die Tifosi ein riesiges blau-schwarzes Spruchband mit der Aufschrift «100 Jahre Inter» über die Nordkurve. Und das Team heizte die Stimmung am 27. Spieltag mit frühen Toren weiter an: Zlatan Ibrahimovic traf in der 14. Minute per Strafstoß zum 1:0, Nicolas Burdisso erhöhte in der 34. auf 2:0. Danach verhinderte Torwart Julio Cesar mit zahlreichen Glanzparaden einen neuerlichen Rückschlag nach dem 0:1 in Neapel. Dafür bejubelte die «La Gazzetta dello Sport» den Brasilianer am Sonntag mit der Schlagzeile «Ave Julio Cesar» gleich als neuen Imperator Italiens.
Mit 64 Punkten führt Inter vor dem AS Rom (58), den Kapitän Francesco Totti in seinem 500. Spiel mit einem Elfmetertor in der 49. Minute zum 2:0-Sieg gegen den SSC Neapel schoss. Milan (46) rückte mit einem 3:1-Sieg in Empoli bis auf einen Punkt an den mit 0:1 in Siena unterlegenen Tabellenvierten AC Florenz (47) heran.
Mancinis Gedanken kreisten dagegen schon um das Rückspiel im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Liverpool. Nach dem 0:2 im Hinspiel hofft Mancini in San Siro «auf die Hilfe der Fans». «Wir sind wieder in Top-Form und können es schaffen», kündigte der Coach Liverpool eine heißen Tanz an.
dpa
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