Donnerstag, 13. März 2008 / 13:10 Uhr
Frankfurt/Main - Der Profi-Fußball in Deutschland boomt wie nie zuvor und hat in der Saison 2006/07 das erfolgreichste Geschäftsjahr seit Bestehen verzeichnet.
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Die 36 Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga erzielten im Vorjahr Rekordeinnahmen von knapp 1,75 Milliarden Euro und reduzierten die Gesamtsumme der Verbindlichkeiten von 662,5 auf 599,85 Millionen Euro. Dies geht aus dem Bundesligareport 2008 hervor, den die Deutsche Fußball Liga (DFL) in Frankfurt/Main präsentierte.
«Es war ein außergewöhnliches Jahr, in der die Bundesliga auf Rekordzahlen blicken kann. Als Markt und Solidargemeinschaft ist sie so gut aufgestellt wie nie zuvor und kann damit mittelfristig ihren Platz unter Europas Top-Ligen sichern», sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.
Hauptstandbein der Profivereine ist der neue Fernsehvertrag, aus dem 75 Prozent der Einnahmen resultieren. Derzeit prüft das Bundeskartellamt allerdings die zentrale Fernsehvermarktung. «Mit dieser Situation müssen alle Beteiligten umgehen. Man weiß nicht, wie die Leistungsbilanz der Bundesliga bei einer Einzelvermarktung aussähe. Aber keiner hat ein Interesse daran, die Finanzierung des Spielbetriebes ab der Saison 2009/10 infrage zu stellen», betonte Seifert.
Zur Freude der DFL haben die Clubs ihren soliden Wirtschaftskurs fortgesetzt. Die 18 Bundesligisten erwirtschafteten ausnahmslos ein positives Ergebnis nach Steuern, in der 2. Bundesliga gelang dies immerhin zwölf Vereinen. Die positive Ertragssituation wurde allerdings auch durch die einmaligen Einnahmen aus dem WM-Überschuss begünstigt. «Die deutschen Vereine legen wirtschaftliche Vernunft an den Tag, die ihnen international aber zum Nachteil gereicht. Diesen Vorwurf muss sich die UEFA gefallen lassen», erklärte Seifert.
Dank der gestiegenen Einnahmen investierten die Bundesligavereine mehr Geld in die Verpflichtung neuer Spieler. Die Transferkosten stiegen von 140,3 auf 164,5 Millionen Euro. Damit verbunden war zugleich ein Anstieg der Personalkosten von 495,9 auf 530,1 Millionen Euro. Dies entspricht 39 Prozent der Ausgaben. In den anderen Top- Ligen Europas werden allerdings wesentlich höhere Gehälter gezahlt. Bei den Vereinen der englischen Premier League beträgt der Anteil der Personalkosten 62 Prozent, in der spanischen Primera Division sind es sogar 64 Prozent.
Auch bei der Eigenkapitalausstattung legten die 36 Profivereine mit einem Nettovermögen von 433 Millionen Euro kräftig zu. Bei den Bundesligisten stieg das Eigenkapital auf 423,9 Millionen Euro (Vorjahr: 294,8), was einer durchschnittlichen Quote von 36,2 Prozent entspricht. Bei den Zweitligisten, die im Vorjahr mit 6,8 Millionen Euro im Minus standen, beträgt das Vermögen 9,1 Millionen Euro.
Immerhin 34 805 Menschen bietet der Profi-Fußball Arbeit. Dies sind gut 700 Arbeitsplätze mehr als im Vorjahr. Erneut gesteigert werden konnte auch die Attraktivität der Bundesliga. Mit fast 16,2 Millionen Fans wurde zum sechsten Mal nacheinander ein Zuschauerrekord verzeichnet. «Wir haben mit knapp 39 000 Fans pro Spiel weltweit den höchsten Schnitt», erklärte Seifert. Der Bekanntheitsgrad der Marke Bundesliga wurde in Deutschland auf 99,5 Prozent gesteigert. Die Investitionen der Vereine in die Nachwuchsarbeit blieben mit 43,9 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr konstant.
dpa
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