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Schalker Bundesliga-Krampf gegen Duisburg

Gelsenkirchen - Sekt am Mittag, Selters am Abend: Bei der Champions-League-Auslosung war den Spielern des FC Schalke 04 noch zum Feiern zumute, doch nach dem mühsamen 2:1 (0:1) gegen den MSV Duisburg in der Fußball-Bundesliga guckten sie wenige Stunden später nur noch gequält.

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«So wie in der ersten Halbzeit dürfen wir nicht mehr spielen. Es muss klar sein, dass jedes Spiel schwer ist, egal ob gegen ein Spitzenteam oder gegen einen Abstiegskandidaten», kommentierte Schalkes Kapitän Marcelo Bordon den spielerischen Offenbarungseid seines Teams.

FC Schalke 04 - MSV Duisburg

Foto: dpa Bild vergrößern

Der Schalker Kuranyi jubelt mit Halil Altintop (l) über seinen Treffer zum 1:1.

Der «ein oder andere Spieler» habe bestimmt noch an das Traumlos FC Barcelona im Viertelfinale der Königsklasse gedacht, mutmaßte Bordon. Auch der Siegtorschütze Heiko Westermann schimpfte über die Einstellung seiner Kollegen: «Wir müssen erst unser tägliches Brot in der Bundesliga verdienen. Barcelona ist erst in zwei Wochen.» Mit seinem vierten Saisontor in der 74. Minute erlöste der Defensiv-Allrounder die 61 482 Zuschauer in der ausverkauften Veltins-Arena und sorgte dafür, dass Schalke weiter von europäischen Top-Clubs á la «Barca» auch in der kommenden Saison träumen darf. Mit nun 41 Punkten hält Schalke den Kontakt zu den vorderen Liga-Plätzen.

Dabei war die spielerische Leistung weit vom Champions-League- Format entfernt. Ohne Plan und die notwendige Konzentration im Abschluss lief Schalke der nicht unverdienten MSV-Führung durch Blagoy Georgiew (21.) hinterher. Gegen die eng gestaffelten Duisburger agierten die Gastgeber äußerst einfallslos. Zur Pause wechselte Schalkes Trainer Mirko Slomka den uruguayischen Neuzugang Vincente Sanchez ein und damit «einen Mann, der mehr Kreativität gebracht hat». Zudem fand Slomka in der Kabine deutliche Worte. «Bei der Ansprache herrschte nicht Friede, Freude, Eierkuchen», gab Westermann zu.

Trotz der erhöhten Drucks nach dem Wechsel bedurfte es eines Stolpertores mit dem Schienbein durch den derzeit formschwachen Nationalstürmer Kevin Kuranyi (60.), um ins Spiel zurückzufinden. «Mir ist egal, wie ich das Tor geschossen habe. Für mich war wichtig, dass ich mal wieder das Tor treffe», sagte Kuranyi nach seinem neunten Saisontreffer. Angesichts seiner dürftigen Darbietungen hatte sich der Angreifer zuvor bereits den Unmut des Publikums zugezogen. «Es ist sehr enttäuschend, das die Fans immer pfeifen, aber ich bin da schon dran gewöhnt», sagte Kuranyi, dessen Formkurve stark an 2006 erinnert. Damals kostete ihn sein Leistungstief die schon sicher geglaubte Teilnahme an der Weltmeisterschaft im eigenen Land. Einen ähnlichen Härtefall erwartet Schalke-Manager Andreas Müller vor der Europameisterschaft im Sommer nicht: «Es gibt auch noch ganz andere Spieler in der Bundesliga, die eine Lernphase haben.»

Schalkes Rivale Duisburg kann auf seine Lernphasen langsam verzichten. Trotz einer soliden Leistung reichte es für den MSV nicht zu einem dringend benötigten Punkt im Kampf gegen den Abstieg. «Wir leisten einen hohen Aufwand und werden nicht belohnt», haderte MSV-Coach Rudi Bommer. Gegen Hannover 96 braucht der Aufsteiger am kommenden Wochenende nun dringend einen Sieg, um die Chance auf ein weiteres Jahr Erstklassigkeit zu erhalten. «Die Spiele werden knapp. Es wird langsam eng», sagte Mittelfeldspieler Tobias Willi.

dpa

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