Montag, 24. März 2008 / 16:40 Uhr
Madrid - Timo Hildebrand hat seinem Landsmann Bernd Schuster das Osterfest gründlich verdorben. Mit seinen Glanzparaden verhalf der deutsche Fußball-Nationaltorwart dem FC Valencia in Madrid zu einem 3:2-Sieg über Schusters Real-Team.
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«Mein Debüt im Bernabéu-Stadion werde ich nie vergessen», schwärmte der Ex-Stuttgarter. Der Real-Trainer dagegen war so niedergeschlagen, dass er erst 50 Minuten nach dem Abpfiff zur Pressekonferenz erschien. «Schlimmer hätte es nicht kommen können», beklagte Schuster.
Nach dem Ausscheiden im spanischen Pokal und in der Champions League gerät bei Real (62 Punkte) nun auch die fast sicher geglaubte Meisterschaft in Gefahr. Der Titelrivale FC Barcelona (58) verkürzte den Rückstand mit einem 4:1-Sieg über Real Valladolid auf vier Zähler. Auch der FC Villarreal (56) rechnet sich Chancen aus. Die Schuster-Elf verlor bereits 9 von 17 Pflichtspielen im Jahr 2008.
Die Madrider Sportpresse feierte Hildebrand als den Helden der Valencianer. «Real prallte auf eine unüberwindbare Mauer mit dem Namen Timo Hildebrand», meinte «Marca». «Mit zehn Glanzparaden stoppte der Keeper den Spitzenreiter und sorgte dafür, dass die Liga wieder spannend wird.» Das Konkurrenzblatt «As» gab dem Torwart die Note «perfecto». Die angesehene Zeitung «El País» meinte: «Hildebrand ist ein Keeper, der in den großen Arenen des Camp-Nou- und des Bernabéu-Stadions triumphiert, gegen kleine Gegner aber patzt.»
Bei Real hatte Hildebrand in der dramatischen Schlussphase auch das Glück auf seiner Seite. Zweimal retteten Abwehrspieler für den geschlagenen Torwart auf der Linie. Das Schuster-Team schien bereits die Weichen zum Sieg gestellt zu haben. Kapitän Raul (35./56. Minute) hatte Valencias Führung durch David Villa (32.) mit zwei Treffern umgedreht. Dann verursachte Reals Abwehrchef Fabio Cannavaro mit einem unnötigen Foul einen Elfmeter, den Villa (67.) zum Ausgleich nutzte. Ein großer Teil der Real-Fans verließ enttäuscht das Stadion und erlebte Valencias Siegtor durch Javier Arizmendi (88.) nicht mehr mit. «Wir haben in der Schlussphase zu viel riskiert, und dafür wurden wir bestraft», bedauerte Schuster.
Bei Barça führte der erst 17-jährige Bojan Krkic sein Team zum Sieg. Das Stürmertalent steuerte zum 4:1-Erfolg der Katalanen zwei Treffer bei und bereitete die anderen beiden vor. Superstar Ronaldinho stand nicht im Aufgebot, weil er angegeben hatte, verletzt zu sein. Die Blessur wollte dem Brasilianer allerdings kaum jemand glauben. Altmeister Johan Cruyff, die graue Eminenz bei Barça, schrieb Ronaldinho ins Stammbuch: «Wenn es darauf ankommt, hat man nicht verletzt zu sein. Wer will, der kann auch.»
Das Fachblatt «Sport» fühlt sich an die Vorsaison erinnert: «Vor einem Jahr verschenkte Barça den Titel an Real. Dieses Schauspiel könnte sich nun wiederholen, allerdings mit umgekehrten Rollen.»
dpa
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