Mittwoch, 26. März 2008 / 10:57 Uhr
Freiburg - Zwar ohne den kurzfristig erkrankten Franz Beckenbauer, dafür mit elf anderen, gut aufgelegten Vize-Weltmeistern von 1966 startete der DFB eine Veranstaltungsreihe seiner Kulturstiftung anlässlich des 100-jährigen Länderspieljubiläums Anfang April.
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«Die Kulturstiftung ist ein großes Anliegen des DFB. Unsere Kernaufgabe ist das Fußballspielen. Traditionspflege ist aber ein wichtiger Aspekt», sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger in Freiburg. «Die Stiftung soll alle Facetten des Fußballs beleuchten - auch künstlerisch und kulturell.»
Zwanziger wies auf die Rolle des Fußballs hin und dessen gewachsene Akzeptanz: «Der Proletensport aus den Anfängen 1908 ist zu einer sozialen und gesellschaftlichen Blüte gewachsen. Der Fußball begleitet uns, ohne bestimmend zu sein.» Mit den Veranstaltungen der Kulturstiftung, die eine in rund zwei Jahre zusammengetragene Wanderausstellung («Die ersten Elf») beinhalten, «möchten wir auch die kulturelle Bedeutung des Fußballs in den Mittelpunkt rücken», erläuterte der DFB-Chef.
Die Ausstellung zeigt alte Exponate, Zeitungsausschnitte und als Höhepunkt ein Fotoalbum mit 21 Originalbildern vom Premieren-Länderspiel 1908 gegen die Schweiz. «Man erfährt etwas über die damalige Zeit, zum Beispiel über den Pioniergeist der Menschen damals. Ich glaube, bei jedem wird der Respekt steigen beim Betrachten der vielen Dinge, die zusammen getragen wurden», sagte Daniel Küchenmeister, der gemeinsam mit Thomas Schneider für die Ausstellung verantwortlich zeichnet. «Man merkt, dass eine große Begeisterung für den Fußball dahinter steckt, die Ausstellung ist sehr lebendig», lobte Zwanziger.
Anlass für die DFB-Reihe, die am 4. April in Frankfurt/Main offiziell beginnt und durch fünf weitere Orte touren wird, ist das erste deutsche Länderspiel vor 100 Jahren gegen die Schweiz. Mit den Eidgenossen pflegt der DFB eine besondere Verbindung: Gegen die Schweizer absolvierte Deutschland zudem auch sein 50. Länderspiel, das erste nach dem Zweiten Weltkrieg, und in Basel auch das 800. «Die Schweizer haben uns immer die Hand gereicht, wenn es uns schlecht ging - danke an die Schweiz», betonte Zwanziger, der dann im Freiburger Konzerthaus schnell die Bühne freimachte für einen geselligen Abend mit Gesprächen, Musik und Filmen.
Elf der 22 deutschen WM-Spieler von 1966 standen für launige Interviews mit Moderator Rudi Cerne bereit: Kapitän Uwe Seeler, Hans Tilkowski, Wolfgang Weber, Willi Schulz, Helmut Haller, Siggi Held, Friedel Lutz, Bernd Patzke, Klaus-Dieter Sieloff, Wolfgang Paul und Werner Krämer. Zudem waren Dettmar Cramer, 1966 Assistent des inzwischen verstorbenen Cheftrainers Helmut Schön, und die Reporter-Legende Rudi Michel da.
dpa
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