Sonntag, 30. März 2008 / 19:52 Uhr
Düsseldorf - Stillstand an der Tabellenspitze, Bewegung im Abstiegskampf: Am neuntletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga konnte keines der fünf Spitzenteams gewinnen, dafür sorgten einige «Kellerkinder» für Furore.
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Vor allem der MSV Duisburg schöpft nach dem 2:1-Erfolg bei Werder Bremen wieder Hoffnung. Aber auch der 1. FC Nürnberg wurde im 50. Derby gegen den FC Bayern München für seinen couragierten Auftritt mit einem 1:1 belohnt. Für den Rekordmeister kein Grund zur Panik: «Das ist schön, dass wir bei der Blöße, die wir uns gegeben haben, nicht verloren, sondern trotzdem gewonnen haben. Mit fünf Heimspielen haben wir jetzt eine Super-Ausgangsposition», sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß.
Mit dem glücklichen 0:0 am Sonntag bei Hannover 96 vergab der deutsche Meister VfB Stuttgart die Möglichkeit, nach Punkten zu den UEFA-Cup-Plätzen aufzuschließen. Im Abstiegskampf verschaffte sich Energie Cottbus dank zweier Treffer des Albaners Ervin Skela beim 2:1 gegen Hertha BSC Luft. Die Lausitzer rückten an Position 15 vor, die Berliner sind Zwölfte. Das 2:1 war der einzige Heimsieg des 26. Spieltags.
Dass die Verfolger Federn ließen und auch sein Team nur dank des Treffers von Lukas Podolski eine Niederlage verhinderte, führt Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld auf die heiße Phase der EM- Vorbereitung zurück. «Die Nationalspieler sind total übermüdet zurückgekommen und haben heute kein Bein auf den Boden bekommen», befand Hitzfeld. «Es ist leider so, dass die Spieler alle um die Plätze kämpfen für die EM. Da hauen sie sich am Mittwoch wie die Wahnsinnigen rein, das Ergebnis haben wir heute gesehen», meinte Hoeneß.
Damit steht die Bundesliga im europäischen Vergleich allerdings nicht allein da. Auch Spitzenteams wie Inter Mailand, Real Madrid und der FC Barcelona haben nach gutem Start in das EM-Jahr in den letzten Wochen häufiger verloren als gewonnen. Deutsches Negativ-Beispiel ist Bremen mit gleich fünf Niederlagen in den vergangenen neun Spielen. «Das ist schwer zu verstehen. Die Tabelle macht mich nicht unruhig, aber die Art und Weise, wie wir Fußball spielen», befand Werder- Manager Klaus Allofs nach der blamablen Pleite gegen den MSV.
Profitieren können von den Ausrutschern der Top-Clubs derzeit die um die Existenz kämpfenden Vereine. Neben den Duisburgern, die durch Ivica Grlic und Manasseh Ishiaku zum Sieg in Bremen kamen, und den gut aufgelegten Nürnbergern ergatterte auch Arminia Bielefeld beim Tabellenzweiten Hamburger SV einen Punkt. Markus Bollmanns erstem Bundesliga-Tor hatte der HSV nur den Treffer von Paolo Guerrero zum 1:1 entgegenzusetzen. Zudem verloren die Hanseaten in David Jarolim wieder einen Spieler durch Platzverweis. «Ich bin sauer und hätte in Tische beißen können», schimpfte HSV-Clubchef Bernd Hoffmann.
Mit dem mageren 0:0 bei Aufsteiger Karlsruher SC eroberte der FC Schalke 04 vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Barcelona den dritten Tabellenplatz. «Da muss man auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein», meinte Schalkes Trainer Mirko Slomka nach einer mutlosen Vorstellung seines Teams.
Den etablierten Mannschaften sitzen auch der VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt im Nacken. Die seit vier Spielen unbesiegten Hessen versetzten Bayer Leverkusen einen empfindlichen Schlag und schnuppern mit 42 Punkten an den internationalen Startplätzen. «Das ist ein ganz weiter Weg. Wir haben noch schwere Spiele und viel Substanz verloren», sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen nach dem 2:0-Sieg in der BayArena durch ein Eigentor von Stefan Kießling und den ersten Bundesliga-Treffer des Griechen Evangelos Mantzios.
Rückrunden-Tabellenführer Wolfsburg hält ebenfalls Anschluss an das obere Tabellendrittel. Den 1:0-Sieg bei Hansa Rostock sicherte der Pole Jacek Krzynowek in der Nachspielzeit. Angesichts der bisher erspielten 40 Punkte sagte Trainer Felix Magath: «Heute feiern wir den Klassenerhalt. Mal schauen, wo der Weg am Saisonende hinführt.»
Hohen Unterhaltungswert hatte das Revier-Derby zwischen dem VfL Bochum und Borussia Dortmund. Trotz einer 2:0- und 3:2-Führung, zu der Benjamin Auer zwei Treffer beisteuerte, reichte es für Bochum am Ende nur zum Teilerfolg. «Schade, dass wir drei Tore schießen, aber keine drei Punkte holen», sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc.
dpa
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