Montag, 31. März 2008 / 09:35 Uhr
Madrid - Vom Gegner erniedrigt, von der Presse verprügelt: Schlimmer hätte es für den FC Barcelona vor der Champions-League-Partie gegen den FC Schalke 04 kaum kommen können. Real Madrid baute derweil die Führung durch einen 3:1 (2:1)-Erfolg gegen den FC Sevilla wieder aus.
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Barcelona blamierte sich in der Liga mit einer 2:3- Niederlage bei David Odonkors Betis Sevilla und büßte obendrein im Kampf um die Meisterschaft den zweiten Platz hinter dem Erzrivalen Real Madrid ein. Diesen belegt nun der FC Villarreal, der Atlético Madrid souverän 3:0 (2:0) besiegte.
Dank der Tore des Argentiniers Gabriel Heinze (8. Minute), Raul (39.) und Gonzalo Higuain (65.) bei einem Gegentreffer von Frederic Kanuté (37.) haben die «Königlichen» nun sechs Punkte Vorsprung vor Villarreal. Einen wenig vergnüglichen Fußballabend hatte Deutschlands Nationaltorwart Timo Hildebrand, der mit dem FC Valencia eine bittere Niederlage kassiert. Die Andalusier verloren gegen RCD Mallorca mit 0:3 (0:2) und rutschten auf den zwölften Tabellenplatz ab.
«Sie können und sie wollen einfach nicht!», empörte sich das Sportblatt «Sport» (Barcelona). Die Katalanen seien eine «Mannschaft ohne Seele». Barça-Coach Frank Rijkaard, dessen Zukunft nach diesem Rückschlag mehr als ungewiss ist, trat völlig niedergeschlagen vor die Presse: «Ich schäme mich als Trainer und bin deprimiert. Bei den Fans müssen wir uns für dieses Resultat entschuldigen.» Dabei schien der 18-malige spanische Meister den Sieg schon in der Tasche zu haben: Nach 15 Minuten lagen die Katalanen bereits dank der Treffer des erst 17-jährigen Wunderknaben Bojan Krkic (13.) und des Kameruners Samuel Eto'o (15.) 2:0 in Führung. Doch in der zweiten Halbzeit war «Barça» nicht wiederzuerkennen. «In Gedanken waren wir wohl schon bei Schalke. Auch wir Spieler schämen uns», meinte Xavi.
Knackpunkt war zum einen die Auswechslung von Krkic, der laut Rijkaard für das Schalke-Spiel geschont werden sollte. Zum anderen kam bei Betis Odonkor ins Spiel. Der 24 Jahre alte Flügelflitzer brachte die Andalusier so richtig in Fahrt. «Er spielte die Barça- Profis regelrecht schwindelig», lobte das Sportblatt «Marca» den deutschen Nationalspieler. Edu (63./78.) und Juanito (75.) sorgten dann mit ihren Toren für die Wende und führten Betis damit aus der Abstiegszone. Der Sieg hätte sogar noch höher ausfallen können, denn Edu verschoss noch einen von Odonkor herausgeholten Foulelfmeter.
«Barça hat die weiße Fahne gehisst und die Liga wohl in den Mülleimer geworfen», meinte «Marca». Zumal Titelverteidiger Real Madrid zu enteilen droht. Die Partie des Schuster-Teams gegen den FC Sevilla stand erst am späten Sonntagabend an. Für Barça, das sich schon seit Wochen mit den Eskapaden seines formschwachen und längst in Ungnade gefallenen brasilianischen Stars Ronaldinho herumschlägt, stehen jedenfalls schwierige Zeiten bevor. «Der FC Barcelona hat den Charakter des Gewinner-Teams verloren. Und dies ausgerechnet vor dem Spiel gegen Schalke», stellte «Sport» besorgt fest.
dpa
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