Montag, 31. März 2008 / 20:05 Uhr
Gelsenkirchen - Auf solch ein Spiel hat der FC Schalke 04 lange hingearbeitet, doch ausgerechnet vor dem Highlight gegen das Millionen-Ensemble des FC Barcelona stecken beide Teams in einer spielerischen Schaffenskrise.
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Gleichwohl ist die Vorfreude auf das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen die spanische «Weltauswahl» beim letzten deutschen Vertreter in der ausverkauften Veltins-Arena riesengroß. «Jeder Spieler geht mit einem tollen Gefühl und voller Begeisterung in das Spiel. Für diese Partie ist keine zusätzliche Motivation notwendig», sagte Mirko Slomka in Gelsenkirchen.
Der Schalke-Coach glaubt trotz der zuletzt mäßigen Vorstellungen und der Ausfälle von Kreativ-Spieler Ivan Rakitic (Bänderverletzung am Sprunggelenk) und Mittelfeld-Rackerer Jermaine Jones (Gelb-Sperre) an eine Leistungssteigerung - und setzt auf ein gutes Ergebnis als Basis für das Erreichen des Halbfinals, das einer Sensation gleichkäme: «Über unsere Spielweise wird viel geredet. Sicher ist nicht alles gut, aber auch nicht alles schlecht», betonte Slomka. Auch wenn es derzeit ein wenig an Kreativität mangele, habe man andere Tugenden, die man in die Waagschale werfen könne. «Tempo, Dynamik, Einsatzwillen. Das wollen wir gegen Barcelona zeigen. Alle sind richtig heiß auf dieses Spiel.» Das bestätigt auch Christian Pander: «Jeder von uns freut sich darauf, gegen solch eine Mannschaft zu spielen.»
Zusätzlich Flügel verleihen soll dem Bundesliga-Dritten die Aussicht auf eine dicke Extra-Prämie. Rund 20 Prozent der Netto-Einnahmen von vier bis fünf Millionen Euro sollen als Bonus-Zahlungen an die Spieler fließen. Für Manager Andreas Müller ist das selbstverständlich, wenn das Team die schwere Prüfung besteht. «Ob im Pokal oder im internationalen Geschäft, wir haben es immer so gehalten, dass die Truppe an den Einnahmen partizipiert. Nun könnte eine hübsche Summe dabei herumkommen. Und wenn die Spieler es schaffen sollten, gegen Barca weiterzukommen, dann hätten sie diese Prämie auch verdient.»
Nicht nur Schalke hat zuletzt in der Liga nicht überzeugt. Noch viel schlimmer ergeht es derzeit der Elf von Frank Rijkaard, der stark in der Kritik steht. Zudem wird das Team von zahlreichen prominenten Ausfällen geplagt. Die Mega-Stars Ronaldinho, Deco und Lionel Messi sind aus unterschiedlichen Gründen nicht spielfähig. Stürmer Samuel Eto'o zog sich gegen Betis eine Wadenzerrung zu. Sein Einsatz ist fraglich. Doch Slomka lässt sich nicht täuschen. «Es sind noch genug Weltklassespieler dabei, genug große Namen, die für herausragenden Fußball in Europa stehen. Wenn man sie spielen lässt, sind sie gnadenlos.»
Egal, wer für «Barca» aufläuft, mit der Favoritenbürde muss der erfahrenere Gegner leben. Furcht hat Pander dennoch nicht. «Welche Namen bei Barca hinten auf dem Trikot stehen, finde ich nicht so wichtig. Auch das ist nur ein Match, das wir möglichst gewinnen wollen.» Fabian Ernst ist sicher, «dass wir uns deutlich steigern können. Das haben wir in der Champions League schon bewiesen.»
Dass man zunächst daheim antritt, ist für Müller kein Nachteil. «Ich bin froh darüber. Es wird große Euphorie herrschen. Wir können mit einem guten Ergebnis vorlegen. Wenn man zuerst auswärts ran muss und eventuell mit einer Niederlage nach Hause kommt, wird es noch schwerer», sagte der Manager. «Dass wir wir in beiden Partien eine absolute Top-Leistung benötigen, muss ich nicht betonen. Das versteht sich von selbst. Aber wir gehen nicht in das Duell, um die Stars zu bestaunen. Diese Spiele werden in unsere Vereinsgeschichte eingehen.»
Auf Live-Bilder der Begegnung im Free TV müssen Fußball-Fans allerdings verzichten. Das Hinspiel im Viertelfinale wird original nur im Pay TV gezeigt. Das Rückspiel am 9. April ist dann auch im Privatfernsehen zu sehen.
Die voraussichtlichen Mannschaften:
FC Schalke 04: Neuer - Rafinha, Bordon, Krstajic, Westermann - Asamoah, Ernst, Kobiaschwili, Pander - Kuranyi, Altintop
FC Barcelona: Victor Valdes - Zambrotta, Puyol, Milito, Abidal - Xavi, Yaya Touré, Iniesta - Bojan Krkic, Eto'o, Henry
Schiedsrichter: Vassaras (Griechenland)
dpa
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