Dienstag, 1. April 2008 / 12:22 Uhr
Kaiserslautern - Torwart Tobias Sippel trat im Kabinengang wütend in einen Stapel Wasserkisten, die Fans tobten und Trainer Milan Sasic gab kleinlaut zu: «Dieses Spiel gibt mir keine Hoffnung.»
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Der 1. FC Kaiserslautern ist auf dem Sinkflug in die Drittklassigkeit fast nicht mehr zu stoppen. Nach dem 0:2 (0:0) im «Schicksalsspiel» beim VfL Osnabrück hat der deutsche Fußball-Meister von 1998 bereits fünf Punkte Rückstand auf den rettenden Platz 14 in der 2. Bundesliga - und präsentiert sich weiterhin als Chaosclub.
Einen Tag nach dem Rücktritt von Teammanager Fritz Fuchs war der krisengeschüttelte FCK beim direkten Konkurrenten ohne Chance und zeigte Auflösungserscheinungen. «Ich bin total angefressen. Von diesem Spiel kann ich nicht viel mitnehmen», sagte der um Fassung bemühte Trainer. «Ich bin sehr, sehr enttäuscht von einigen Spielern, das war fast alibihaft.» Bis auf Torwart Sippel erreichte keiner der Profis Zweitliga-Niveau. Dem starken Keeper war es zu verdanken, dass der geschlossen auftretende VfL Osnabrück nur zu den beiden Toren von Nico Frommer (46.) und Pierre de Wit (76.) kam.
Die Hoffnung beim FCK trägt den Namen Stefan Kuntz, der als Vorstandsvorsitzender einen Neuanfang starten soll. «Der kann aber auch nicht mitspielen. Der kann nur die neue Saison planen», sagte Vorstandsmitglied Hans-Artur Bauckhage. Der noch bis zum Saisonende als Manager beim VfL Bochum tätige Ex-Profi wird, wenn er denn tatsächlich kommt, seine Arbeit wohl in der 3. Liga aufnehmen und den verschuldeten Club mit noch geringeren Einnahmen sanieren müssen.
Eine offizielle Einigung mit Kuntz, der als Spieler mit Lautern DFB-Pokalsieger (1990) und deutscher Meister (1991) wurde, steht allerdings noch aus. Die Gespräche der Vereinsführung mit Kuntz hatten die Verwerfungen in dem einstigen Renommierclub zuletzt wieder deutlich gemacht und zum Rücktritt von Fuchs geführt, der nach Michael Schjönberg und Klaus Toppmöller bereits der dritte sportliche Leiter der Pfälzer war. «Diese Entscheidung will ich nicht kommentieren», sagte Bauckhage.
Das Vorstandsmitglied hatte aber auch keine Antworten parat, als er zu Ereignissen gefragt wurde, welche die Zustände beim FCK offenlegten. Journalisten aus Kaiserslautern berichteten ihm, dass am vergangenen Donnerstag ein Schlüssel fehlte, damit die Mannschaft auf den Trainingsplatz gelangen konnte, und bei einem Sponsoren-Termin fand sich nur ein Spieler statt der angekündigten fünf Profis ein. «Das wusste ich gar nicht. Das darf natürlich nicht passieren», gestand der Vorstandssprecher.
Ähnlich unorganisiert präsentierten sich die Pfälzer auf dem Platz. «Leidenschaft, Geschlossenheit und Siegeswille» bescheinigte Trainer Sasic nur den überzeugend auftretenden Osnabrückern. «Wir haben nicht mehr viel Zeit», sagte der Nachfolger des Anfang Februar entlassenen Norwegers Kjetil Rekdal.
dpa
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