Dienstag, 1. April 2008 / 19:21 Uhr
Istanbul - Der Empfang am Flughafen fiel für Michael Ballack und den FC Chelsea noch freundlich aus, im Hexenkessel von Fenerbahce Istanbul wird es mit der Herzlichkeit vorbei sein.
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«Es wird wahnsinnig im Stadion», prophezeite «Blues»-Profi Nicolas Anelka, der selbst bereits bei Fenerbahce unter Vertrag gestanden hat. Welchen Stellenwert das Viertelfinal-Hinspiel der Champions League im Sükrü-Saracolu-Stadion für die Türken hat, unterstrich ihr brasilianischer Coach Zico: «Für Fenerbahce ist es eines der wichtigsten Spiele in der Vereinsgeschichte.»
Doch auch für Chelsea steht am englischen Tag der «Königsklasse» einiges auf dem Spiel. «Es wäre falsch, Fenerbahce zu unterschätzen und zu denken, dass wir das packen und dann auf Liverpool oder Arsenal treffen», warnte der seit Wochen stark aufspielende Joe Cole. Fest steht lediglich schon jetzt, dass entweder Istanbul oder Chelsea in der Runde der besten Vier auf eine englische Mannschaft trifft. Denn im zweiten Viertelfinale an diesem Mittwoch stehen sich Arsenal London und der FC Liverpool gegenüber. Pikanterweise treffen die beiden Traditionsclubs aus der Premier League dreimal in sechs Tagen aufeinander.
Und die«Reds» hoffen, dass die Londoner ihr Augenmerk auch noch auf die Meisterschaft richten. Dort liegt der Verein von Nationalkeeper Jens Lehmann - er wird wieder auf der Reservebank Platz nehmen müssen - auf Rang drei mit sechs Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Manchester United. «Dass sie da noch eine vage Chance haben, lenkt sie vielleicht ab», glaubt Liverpool-Kapitän Steven Gerrard.
2005 gewann der englische Rekordmeister zuletzt die Champions League. Im vergangenen Jahr scheiterten die Roten im Finale am AC Mailand. Der derzeitige Premier-League-Vierte ist in der nationalen Runde aus dem Rennen, tankte aber mit einem 1:0-Sieg im «Merseyside»-Derby gegen den Erzrivalen FC Everton Selbstvertrauen für das «internationale» Kräftemessen. Gegen die «Gunners» stehen alle Schlüsselspieler zur Verfügung.
Die Londoner müssen weiter auf die Rückkehr des Ex-Dortmunders Tomas Rosicky warten, der das letzte Mal Ende Januar spielte. Auch Verteidiger Bacary Sagna fehlt. Umso mehr forderte Liverpool-Coach Rafael Benitez volle Konzentration in der Abwehr. «Der Schlüssel, um gegen Arsenal weiterzukommen, ist sehr harte, defensive Arbeit», sagte der Spanier, der sich im Emirates-Stadion aber keineswegs verstecken will. «Ein Sieg, nichts anderes», antwortete Benitez auf die Frage, was ein gutes Hinspielergebnis wäre.
Anders ergeht es auch dem FC Chelsea nicht, der mit einer beruhigenden Statistik an den Bosporus reiste. In den vergangenen acht Champions-League-Partien blieben die «Blues» ungeschlagen, in den vergangenen drei Auswärtsspielen kassierten sie nicht einmal ein Tor. Allerdings mussten die Londoner ihren etatmäßigen Schlussmann Petr Cech an der Themse zurücklassen, der weiter an einer Fußgelenksblessur laboriert. An seiner Stelle steht Carlo Cudicini zwischen den Pfosten, der zuletzt bei der Torraumbeherrschung einige Schwächen zeigte. Mit dabei ist indes wieder Frank Lampard nach überstandenem Magenvirus.
dpa
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