Mittwoch, 2. April 2008 / 19:36 Uhr
München - Keine Furcht vorm Favoritenschreck: Die UEFA-Cup- Torfabrik des FC Bayern soll auch gegen den krassen Außenseiter FC Getafe auf Hochtouren arbeiten und schon im Viertelfinal-Hinspiel für klare Verhältnisse sorgen.
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28 Treffer erzielte der Bundesliga-Primus in zehn Partien (Schnitt 2,8). Allein 17 gingen auf das Konto der Angreifer Luca Toni (7), Miroslav Klose und Lukas Podolski (je 5). Auch im Heimspiel soll die Abteilung Attacke in der Münchner Fußball-Arena zuschlagen, wie Trainer Ottmar Hitzfeld sagte: «Getafe hat hinten Probleme, das müssen wir ausnützen.» Der 59-Jährige warnte seine Elf aber zugleich vor Übermut: «Das wird kein Selbstläufer. Getafe ist eine spanische Spitzenmannschaft, die Euphorie hat.»
Tore sind wichtig, aber mit Blick auf das schwere Rückspiel in einer Woche bei dem Madrider Vorstadt-Club muss auch die Abwehr stehen. «Unser Ziel ist es zu gewinnen und zu Null zu spielen. Ein 1:0 oder 2:0 wäre ideal», sagte Bastian Schweinsteiger, der für den verletzten Hamit Altintop im rechten Mittelfeld auflaufen darf. Erste Wahl neben Toni im Angriff scheint Podolski zu sein, auch wenn Hitzfeld in der Pressekonferenz noch mauerte. Er bescheinigte dem 22-Jährigen aber aufsteigende Form und verwies auf «viele gute UEFA-Cup-Spiele» von Podolski in dieser Saison.
Ungewiss ist, ob Spanien-Kenner Mark van Bommel auflaufen kann. «Er ist noch nicht wieder hundertprozentig hergestellt», berichtete Hitzfeld. Beim Abschlusstraining fehlte der Niederländer. «Ich werde keine angeschlagenen Spieler spielen lassen», sagte Hitzfeld zudem. Andreas Ottl steht als Alternative im defensiven Mittelfeld parat. In der Abwehr ist Martin Demichelis dagegen trotz eines noch heftigen blauen Auges wieder einsatzfähig. Der Argentinier forderte 90 Minuten Vollgas: «Wir haben die große Chance, drei Titel zu holen. Wir müssen total aggressiv, voll konzentriert und hochmotiviert spielen.»
Auch wenn Getafe für die Bayern von Präsident Franz Beckenbauer («Ganz ehrlich, ich kenne keinen einzigen Spieler») bis hin zu den Profis eine weithin unbekannte Größe ist, genießt der Gegner Respekt. «Getafe ist in der spanischen Liga eine Konstante. Die haben Barcelona und Real Madrid geschlagen und einen guten Trainer», mahnte Schweinsteiger.
Der ehemalige dänische Weltklassestürmer Michael Laudrup hat die gute Vorarbeit des heutigen Real-Trainers Bernd Schuster konsequent fortgesetzt und Getafe wie im Vorjahr ins Pokalfinale sowie bei der ersten UEFA-Cup-Teilnahme auf Anhieb in die Runde der letzten Acht geführt. «Das ist für uns ein Spiel zum Genießen», sagte Torhüter Roberto Abbondanzieri. Der Keeper mit dem Spitznamen Pato («Ente») ist der namhafteste Getafe-Spieler. Er war bei der WM 2006 beim gewonnenen Elfmeter-Krimi der deutschen Nationalmannschaft gegen Argentinien dabei; vor dem 1:1-Ausgleich von Klose in der regulären Spielzeit musste er aber verletzt ausgetauscht werden.
Der Franzose Franck Ribéry oder auch der Brasilianer Lucio haben sich extra bei in Spanien spielenden Nationalmannschafts-Kollegen über den Gegner schlaugemacht. «Sie haben mir erzählt, dass Getafe ein technisch gutes Team hat, und dass es schwierig sei, bei ihnen zu spielen», erzählte Ribéry. Darum müssten schon in München die Weichen Richtung eines möglichen Halbfinales gegen Bayer Leverkusen gestellt werden, so der Franzose, der den Fans Vollgas-Fußball versprach: «Wir werden angreifen und nach vorne spielen.»
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
FC Bayern München: Kahn - Lahm, Lucio, Demichelis, Jansen - Schweinsteiger, Ottl, Zé Roberto, Ribéry - Toni, Podolski
FC Getafe: Abbondanzieri - Contra, Tena, Belenguer, Cortés - Celestini, Cotelo, De la Red, Casquero - Manu del Moral, Uche
Schiedsrichter: Webb (England)
dpa
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