Donnerstag, 3. April 2008 / 12:05 Uhr
London - Nach der selbst verschuldeten 1:2-Schlappe des FC Chelsea im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Fenerbahce Istanbul hat Michael Ballack seinem Ärger Luft verschafft.
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«Wir sind sehr enttäuscht. Wir hatten hier die große Chance zu gewinnen. Das hätte nicht passieren dürfen und war unsere eigene Schuld», klagte der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalelf im Sender «Sky Sports News». Und ergänzte selbstkritisch: «Wir haben den Sieg weggeworfen». Doch der Mittelfeldstar gibt sich vor dem zweiten Duell am 8. April noch lange nicht geschlagen. «Wir haben es in der Hand und müssen das Rückspiel gewinnen.»
Derweil beklagte sich Coach Arsène Wenger vom Londoner Stadtrivalen FC Arsenal nach dem mageren 1:1 im englischen Vergleich mit dem FC Liverpool über die Leistung von Referee Pieter Vink, der seinem ums Weiterkommen bangenden Team bei einem Foul an Aleksandar Hleb den «glasklaren Elfmeter» verweigerte.
«Wir haben uns nach der ersten Halbzeit einen Tick zu sicher gefühlt und es versäumt, das eine oder andere Tor nachzulegen», fasste Ballack bei «Premiere» das Geschehen im Sükrü-Saracoglu-Stadion zusammen. In der Tat ließen sich die «Blues» das Heft noch aus der Hand nehmen, obwohl sie spielerisch klar überlegen und durch Deivids Eigentor (13. Minute) früh in Führung gegangen waren. Doch praktisch aus dem Nichts sorgte ausgerechnet der gebürtige Londoner Colin Kazim-Richards (64.) gegen das Millionen-Ensemble von der Themse für den Ausgleich. Und Deivid (81.) stellte dann mit seinem sehenswerten Siegtor den Spielverlauf nahezu auf den Kopf.
Englands Zeitungen lobten Ballack einhellig für seine Leistung mit Höchstnoten wie «brillant» (Daily Mail) und «überragend» (The Times), aber der Mittelfeldstar gab sich selbstkritisch: «Wir haben die erste Halbzeit kontrolliert, uns aber nicht genügend konzentriert. Selbst nach dem 1:1 hatten Didier Drogba und ich noch gute Chancen.» Während der Deutsche Klartext sprach, war Trainer Avram Grant ratlos: «Ich weiß nicht, was ich sagen soll», meinte der Israeli, bezeichnete die Niederlage aber später als «kein schlechtes Ergebnis», was Englands Sportpresse mit Hohn quittierte.
Beim 1:1 zwischen Arsenal und Liverpool im Emirates-Stadion war derweil Kuyt der umstrittene Mann des Abends. Der Niederländer, in der Premier League zuletzt im November für Liverpool erfolgreich, glich mit seinem sechsten Champions-League-Tor (26.) postwendend Arsenals Führung durch Emmanuel Adebayor aus (23.). Später hatte er großes Glück, dass sein Ziehen am Trikot des Ex-Stuttgarters Hleb nicht mit Elfmeter bestraft wurde (66.). «Die Entscheidung ist schwer zu akzeptieren», regte sich Arsenal-Coach Wenger zu Recht auf. Kuyt war sich keiner Schuld bewusst und wies lieber auf die Prüfung hin, die für die erneut ohne den deutschen Nationalkeeper Jens Lehmann angetretenen «Gunners» nun beim Vorjahresfinalisten ansteht: «Arsenal ist eine großartige Mannschaft, aber wir spielen in Anfield, und da gelingen uns besondere Dinge.» Dank des wichtigen Auswärtstores wähnt sich auch «Reds»-Trainer Rafael Benitez «in einer guten Position».
dpa
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