Samstag, 5. April 2008 / 09:57 Uhr
Duisburg - Ervin Skela wird selbst mit geschlossenen Augen zur Premium-Versicherung für Energie Cottbus. Das erste Kopfballtor des Albaners in der Fußball-Bundesliga nährt die Hoffnungen der Lausitzer, den Existenzkampf um die Erstklassigkeit auch diesmal zu überstehen.
anzeige
«Ich habe einfach die Augen zugemacht» - mit dieser ebenso simplen wie wirkungsvollen Vorgehensweise bescherte Skela seiner Mannschaft mit dem 1:0 (1:0) beim MSV Duisburg nach 363 Tagen Pause wieder einen Auswärtserfolg, der Energie-Trainer Bojan Prasnikar jegliche mathematische Regel außer Kraft setzen ließ.
«Das ist ein Sieg mit sechs Punkten», hielt der Slowene Prasnikar nach dem bereits in der 4. Minute durch Skelas Flugkopfball sichergestellten Erfolg beim Abstiegs-Mitkonkurrenten Duisburg fest. Dabei wollte der Torschütze eigentlich ganz anders zu Werke gehen: «Normalerweise stoppe ich den Ball mit der Brust, weil ich Angst habe, dass mir der Kopf wehtut.» Doch der 31-jährige Skela konnte gar nicht anders, als die Flanke von Dennis Sörensen auf für ihn ungewohnte Weise im gegnerischen Gehäuse unterzubringen.
«Es läuft einfach bei uns. Da mache ich sogar ein Kopfballtor», sagte Skela, der mit seinen beiden Treffern beim 2:1 gegen Hertha BSC und der Premiere mit Köpfchen bei den «Zebras» allein für zwei Energie-Erfolge hintereinander verantwortlich ist. Doch für überschwängliche Freudenausbrüche sah der 1,73 m große Albaner keinerlei Anlass: «Wir genießen das, ganz klar, wir sind happy. Aber es war ein ganz kleiner Schritt» - Skela und seinen Mitstreitern ist bewusst, dass es noch ein weiter Weg bis zum Ziel Klassenverbleib ist. «Wir machen mit jedem Sieg einen Schritt nach vorn, aber wir müssen noch einige Schritte mehr machen», forderte Prasnikar ein Nachlegen im kommenden Abstiegs-«Gipfel» bei Arminia Bielefeld.
Für den MSV Duisburg war das 0:1 vor 24 016 Zuschauern ein heftiger Rückschlag nach dem Überraschungssieg in Bremen. Es wurde nichts mit dem dritten Saison-Heimerfolg, Chefcoach Rudi Bommer war sichtlich erbost: «Das 0:1 darf nicht passieren, die Flanke darf nicht passieren, und dass Skela so frei zum Kopfball kommt, darf auch nicht passieren.» Doch alles Negative trat ein, weil Duisburgs Pablo Caceres den Dänen Sörensen ungehindert flanken ließ und der schwache Michael Lamey Skela nicht an dessen «Blindflug» hindern konnte.
Fast trotzig machten sich die Verlierer Mut für die letzten sieben Aufgaben. «Die Hoffnung ist immer noch da, ich glaube immer noch daran», meinte Bommer, obwohl sich der Rückstand zu Cottbus auf vier Zähler erhöhte. «Wir stehen wieder auf», versprach MSV-Torhüter Tom Starke. Und für Mannschaftskapitän Ivica Grlic ist vor dem schweren Gang zum Hamburger SV von Aufgeben keine Rede: «Sonst würden wir gar nicht mehr auflaufen.» Auf Manasseh Ishiaku muss der MSV vorläufig verzichten. Der Torjäger aus Nigeria falle wegen einer Verletzung am linken Knöchel wahrscheinlich drei Wochen aus, sagte Bommer.
dpa
Die Fussball EURO 2008 hier auf Fussball.com. Alle Gruppen, alle Mannschaften und immer Live dabei!
Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.
"Fussball ist mehr als nur ein Sport. Fussball ist Euphorie, Religion und Droge zugleich." Aktuelles zur Droge Fussball, spitz und ohne redaktionelle Schranken, aus unserem Fussball Blog
Andi Möller: Mein Problem ist, dass ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber.