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Bayern siegt in Unterzahl - HSV und Bayer patzen

Düsseldorf - Die Bundesliga bezieht ihre Attraktivität derzeit allein aus den spannenden Positionskämpfen. Keinen Zweifel ließ der FC Bayern München dabei an seiner Spitzenstellung: Der Rekordmeister war vom VfL Bochum auch in Unterzahl nicht zu stoppen und siegte 3:1.

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Die Münchner bauten damit ihren Vorsprung auf Rang zwei auf neun Punkte aus und haben den 21. Titelgewinn dicht vor Augen. Gleichzeitig verbuchten der FC Schalke 04, Werder Bremen und der VfB Stuttgart am 27. Spieltag wichtige Siege im Kampf um die internationalen Plätze.

Akrobatik

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Der Stuttgarter Yildiray Bastürk versucht den Ball ins Tor zu schießen.

Verlierer des Tages sind der Hamburger SV, der nach dem 0:1 in Stuttgart den Königsblauen überlassen musste, und Bayern 04 Leverkusen. Die Werkself rutscht nach das Tor von BVB-Verteidiger Dede in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg tiefer in die Krise. «Es war unser Ziel, vielleicht einen Patzer der Konkurrenz auszunutzen», sagte Schalke-Coach Mirko Slomka, der sein Team nach dem glanzlosen 1:0 gegen Hansa Rostock nun mit mehr Ruhe auf das schwere Champions-League-Spiel beim FC Barcelona vorbereiten kann.

Beim Roulette «Drei aus Fünf» im Tabellenkeller erleben die Fans von Spieltag zu Spieltag neue Konstellationen. Arminia Bielefeld (1:0 gegen den Karlsruher SC) und dem 1. FC Nürnberg (3:1 bei Eintracht Frankfurt) gelangen mit den ersten Erfolgen 2008 die ersehnten Befreiungsschläge. Energie Cottbus hatte sich mit dem 1:0 beim MSV Duisburg drei wichtige Zähler gesichert. Rostock fiel erstmals in diesem Jahr auf einen Abstiegsplatz zurück.

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Bei der Arminia löste das Tor des eingewechselten Griechen Leonidas Kampantais (90.+2 Minute) einen kollektiven Freudentaumel aus. «Im Moment können wir alle heulen vor Glück. Das waren Emotionen, die ich selten erlebt habe», sagte Thorben Marx. Auch Trainer Michael Frontzeck, der vor seiner bislang glücklosen Mission in Ostwestfalen mit Alemannia Aachen schon achtmal hintereinander erfolglos geblieben war, fiel ein Stein vom Herzen. «Ich habe mir schon überlegt, ob ich in den letzten 25 Jahren überhaupt mal gewonnen habe», sagte Frontzeck mit einem Schmunzeln.

Das Nürnberger 3:1 in Frankfurt wurde hingegen von Krawallen und einer 20-minütigen Spielunterbrechung überschattet. Die Partie stand am Rande eines Skandals, nachdem aus dem FCN-Fanblock wiederholt Knall- und Feuerwerkskörper in den Innenraum und auf das Spielfeld geflogen waren. Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) schickte beide Teams in der 30. Minute in die Kabinen und drohte für den Wiederholungsfall mit Spielabbruch. «Es stand wirklich Spitz auf Knopf. Unglaublich, wenn in unserer Situation das Spiel auch noch gegen uns gewertet worden wäre», sagte FCN-Manager Martin Bader nach dem Spiel in der Commerzbank-Arena, das ungeachtet dessen die Sportgerichtsbarkeit des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) beschäftigen wird. Beiden Clubs drohen deftige Strafen.

«Natürlich sind wir frustriert», sagte HSV-Star und Kapitän Rafael van der Vaart. Sein Team war in Stuttgart über weite Strecken die bessere Mannschaft, konnte aber keine der vielen Chancen nutzen. Stattdessen setzte Meister VfB auch ohne den verletzten Top-Stürmer Mario Gomez die Erfolgsserie von acht Spielen ohne Niederlage fort und träumt dank des Siegtores von Roberto Hilbert nun sogar von der Champions League. «Alles ist drin», meinte der zuletzt von Bundestrainer Joachim Löw nicht berücksichtigte VfB-Torschütze.

Hilbert will ebenso um sein EM-Ticket kämpfen wie Kevin Kuranyi. Der formschwache Stürmer der Schalker saß gegen Hansa 60 Minuten auf der Bank, durfte sich trotz der schöpferischen Pause und drei vergebener Chancen nach seiner Einwechslung aber als Sieger fühlen. Denn vom Trainer bekam er bereits eine Einsatz-Garantie für das Viertelfinal-Rückspiel in der Königsklasse am Mittwoch. «Er wird in Barcelona wieder spielen», sagte Slomka, der seinen glücklosen Angreifer weiter vertraut. Für Kuranyi sprang Halil Altintop, der seit Wochen ansteigende Form zeigt, mit dem Siegtor in die Bresche.

Auch Tim Borowski trifft wieder. Sein erstes Tor seit 433 Tagen zum 2:1 der keineswegs überzeugenden Bremer bei Herha BSC brachte Werder zurück ins Rennen um die Plätze zwei und drei. «Ich will den Leuten zeigen, dass mir das hier nicht egal ist», sagte Borowski, der ebenfalls noch auf seine EM-Teilnahme hofft: «Wenn es reicht, würde ich mich riesig freuen. Das Augenmerk liegt aber darauf, dass wir uns wieder für die Champions League qualifizieren», so der Bald-Münchner.

dpa

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