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FC Barcelona vor dem Ende einer Ära

Madrid - Die «Ära Ronaldinho» neigt sich beim FC Barcelona dem Ende entgegen. Der Weltfußballer der Jahre 2004 und 2005 wird möglicherweise nie mehr das blau-rote Barça-Trikot tragen.

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Wegen eines im Training erlittenen Muskelfaserrisses fällt der Brasilianer wenigstens für sechs Wochen und damit praktisch bis zum Saisonende aus. Der FC Barcelona wird nun, so wird erwartet, nach einem neuen Verein für seinen 28 Jahre alten Star suchen, der allerdings seit zwei Jahren in einer Formkrise steckt.

Der AC Mailand bekundet bereits sein Interesse. «Wir werden versuchen, Ronaldinho zu verpflichten», erklärte Vereinsboss Silvio Berlusconi nach einem Abendessen mit Ronaldinhos Bruder und Manager Roberto de Assis. Milan sei bereit, 20 Millionen Euro Ablöse zu zahlen, berichtete «La Gazzetta dello Sport». Auch Manchester City zeigt sich interessiert.

«Ronaldinho ist kaputt und wird wohl nie mehr ein offizielles Spiel für Barça bestreiten», meint die Zeitung «El País». Die katalanischen Fans haben längst die Hoffnung aufgegeben, dass der Brasilianer seine Krise überwinden und noch einmal zu jener Form finden kann, die ihn zum besten Fußballer der Welt gemacht hatte.

Noch zu Beginn der Spielzeit hatte Ronadinho verkündet: «Diese Saison soll meine beste bei Barça werden.» Das Versprechen hielt er nicht. Im Gegenteil: Seine Tricks klappten nicht mehr, er wirkte behäbiger, häufig war er nur Ersatz oder flog ganz aus dem Kader. Von 47 Pflichtspielen stand er nur in 18 von Beginn an auf dem Platz. In der Presse häuften sich dafür Berichte über ein bewegtes Nachtleben.

Vor nicht einmal fünf Jahren hatte Ronaldinho den FC Barcelona mit seinem mitreißenden Lächeln und seiner bezaubernden Spielweise aus einer tiefenden Depression befreit und auf den Erfolgsweg zurückgeführt. Seit Jahrzehnten hatten die katalanischen Fans keinen Fußballer mehr so verehrt wie ihren «Ronnie». Die Begeisterung war allenfalls vergleichbar mit der um Idol Ladislao Kubala, für den der Club 1957 sein Camp-Nou-Stadion bauen ließ.

Aber nach zwei Meisterschaften (2005, 2006) und dem Champions- League-Sieg 2006 ging die Idylle zu Ende. Ronaldinho geriet zusehends in ein Formtief. Statt mit den anderen Profis zu trainieren, zog er sich immer häufiger in den Kraftraum zurück. Trainer Frank Rijkaard ließ lange Zeit Nachsicht walten und bat die Fans um Geduld. Als dies nichts half, schlug der Club eine andere Linie ein. Er stellte den Star in der Öffentlichkeit bloß und ließ verbreiten, Ronaldinho habe trotz seiner Klagen keine Verletzung. Damit wollte er den Brasilianer dazu bewegen, sich gegen seine Krise aufzubäumen. Aber letzten Endes leitete Barça damit nur die Demontage des Stars ein. Früher hätte die Nachricht von einer Ronaldinho-Blessur die Fans tief geschockt, nun scheint sie niemanden zu beunruhigen. «Besser er ist verletzt, als er steht im Verdacht (des Simulantentums)», schrieb «La Vanguardia».

Vor einem Jahr hatte Barça-Chef Joan Laporta noch gesagt: «Wenn ich Ronadinho verkaufen würde, müsste ich mich ins Exil flüchten.» Nun dürfte er es schwer haben, für seinen kriselnden Star eine akzeptable Ablösesumme zu bekommen.

dpa

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