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Randalierer trüben Nürnberger Jubel

Frankfurt/Main - Zehn Spiele musste der 1. FC Nürnberg auf einen Sieg in der Fußball-Bundesliga warten, doch eigene Anhänger zerstörten mit ihrem Verhalten die Jubelstimmung bei den Franken und riefen DFB-Präsident Theo Zwanziger auf den Plan.

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Er forderte ein hartes Durchgreifen gegen gewaltbereite Fans. Es sei wichtig, «konsequent dagegen vorzugehen», sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes der «Welt». Bei den Randalierern handele es sich nicht um Fußballfans. «Dahinter stecken keine sportbegeisterten Menschen. Sie benutzen den Fußball, um mutwillig zu stören und auf sich aufmerksam zu machen», meinte Zwanziger.

Mit Knall- und Feuerwerkskörpern provozierten Randalierer in Frankfurt eine rund 20-minütige Spielunterbrechung, der eine saftige Geldstrafe, im schlimmsten Fall sogar eine Platzsperre oder ein Punktabzug folgen könnten. «Natürlich schießen einem solche Gedanken durch den Kopf», meinte der geschockte Nürnberger Manager Martin Bader, der sich die Vorfälle in der Commerzbank-Arena nicht erklären konnte. «Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, die Täter zu ermitteln», erklärte er.

Über das Ausmaß der Strafe gegen die Nürnberger wird in den kommenden Tagen die DFB-Sportgerichtbarkeit entscheiden. «Vieles ist möglich», sagte der beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) für Rechtsfragen zuständige Vizepräsident Rainer Koch. Es werde gegen beide Vereine ermittelt. Vorgreifen wollte er dem an diesem Montag beginnenden Verfahren damit aber nicht. Erst am 23. Februar waren beim Spiel VfB Stuttgart gegen Karlsruher SC Leuchtraketen aus dem KSC-Fanblock aufs Spielfeld abgefeuert worden. Beide Vereine erhielten damals hohe Geldstrafen.

«Wir bemühen uns eigentlich sehr intensiv um unsere Fans, doch irgendwann ist man machtlos», gestand Bader. Zusammen mit Präsident Michael A. Roth hatte er versucht, die aufgebrachte «Meute» zu beruhigen. «Jetzt haben wir nicht nur die Baustelle Abstiegskampf, sondern auch noch die Aufgabe Wiedergutmachung», sagte Roth.

Schiedsrichter Peter Gagelmann hatte die Partie in der 30. Minute beim Stand von 1:1 unterbrochen, nachdem wiederholt Knall- und Feuerwerkskörper aus dem FCN-Fanblock in den Innenraum und auf das Spielfeld geflogen waren. «Wenn auch nur eine weitere Rakete oder Böller geflogen wären, hätte ich das Spiel sofort abgebrochen», sagte der Referee.

«Unglaublich, wenn wir hier endlich gewinnen, und dann werden uns die Punkte am Grünen Tisch wieder aberkannt», sagte Bader. Er fordert eine bedingungslose Aufklärung der Vorfälle und setzt dabei auch auf die Mithilfe der vernünftigen Nürnberger Fans. «Wir erwarten jetzt auch einen Selbstreinigungsprozess aus der Kurve», sagte der Manager. Insgesamt wurden rund um die Partie 22 Menschen vorübergehend in Gewahrsam genommen, mehrere Beamte der Bundespolizei seien verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Konsequenzen zu befürchten hat auch die Frankfurter Eintracht, die als Veranstalter dafür verantwortlich ist, dass die Gegenstände ins Stadion geschmuggelt werden konnten. «Von dieser Verantwortung können wir uns nicht freisprechen», meinte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen. Es dürfe in Deutschland «keine italienischen Verhältnisse» geben. Bruchhagen gab sich jedoch kämpferisch: «Wir werden vor diesen Vollidioten nicht resignieren.»

Die «Club»-Spieler gingen nach dem lange ersehnten Erfolg, zu dem Angelos Charisteas (18.), Robert Vittek (49.) und Zvjezdan Misimovic (83.) bei einem Gegentor von Michael Fink (3.) die Treffer erzielten, nur sehr zögerlich in die Fankurve. «Die Spieler haben darüber diskutiert. Wenn wir nicht gegangen wären, hätten wir viele Unschuldige bestraft», erklärte Bader. Der Manager atmete trotz der unschönen Szenen aber auch auf. «Allen, die uns abgeschrieben haben, haben wir gezeigt, dass wir noch leben.»

dpa

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