Sonntag, 6. April 2008 / 19:15 Uhr
London - Der FC Chelsea hat auch ohne Michael Ballack weiter Jagd auf Manchester United gemacht - und der Spitzenreiter zeigte Nerven. Der Titelverteidiger kam beim FC Middlesbrough nur zu einem 2:2 (1:1).
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Im Kampf um die Fußball-Meisterschaft in der englischen Premier League schrumpfte der Vorsprung auf drei Zähler. Denn schon am Samstag hatte Chelsea mit einem 2:0 (1:0) bei Manchester City dreifach gepunktet.
Der FC Arsenal musste sich dagegen aus dem Titelrennen fast schon verabschieden. Die «Gunners» kamen gegen den FC Liverpool nur zu einem 1:1 (0:1). Es war das fünfte Unentschieden im siebten Spiel. «Mein Bauchgefühl ist nicht so gut, aber in meinen Kopf ist es nicht vorbei, weil es rechnerisch noch möglich ist», sagte der dennoch gefrustet wirkende Arsenal-Coach Arsène Wenger.
Unterdessen liefert Middlesbrough «ManU» im dichten Schneegestöber auch ohne den weiterhin verletzt fehlenden Robert Huth ein dramatisches Match. Zwar brachte Uniteds Torjäger Cristiano Ronaldo mit seinem 27. Saisontreffer den Meister erwartungsgemäß in Front (9. Minute), aber Afonso Alves glich für Boro aus (35.) und brachte den Außenseiter gar in Führung (56.), bis Wayne Rooney wieder für den Gleichstand sorgte (76.).
Gegen die «Reds» verschlief der FC Arsenal, bei dem der deutsche Nationalkeeper Jens Lehmann einmal mehr auf der Bank schmorte, im heimischen Emirates-Stadion die erste Halbzeit. Peter Crouch (42.) gelang für Liverpool die Führung, Nicklas Bendtner (53.) schaffte nur noch das 1:1. Mit Rufen, Fluchen und wildem Gestikulieren versuchte Wenger von der Seitenlinie aus vergeblich, seine Elf noch zum Sieg zu treiben. Die FCL-Abwehr hielt stand, und der Ex-Leverkusener Andrej Woronin hätte sogar fast noch zum Sieg für die Gäste getroffen.
«Der Traum vom Titel stirbt», urteilte die »Mail on Sunday» trefflich. Auch andere Blätter schreiben die «Gunners» nun ab. «Arsenals Hoffnungen zerplatzen mit einem müden, zarten, sehr traurigen Plop», kommentierte der «Sunday Telegraph». Laut «Sunday Times» hat Arsenal «jede verstohlene Hoffnung» aufgegeben. «Es hängt von den Ergebnissen anderer Teams ab», gab Wenger zu, dessen Elf in der Liga nun zur Nagelprobe gegen Manchester United antreten muss.
Auch ohne Ballack, der diesmal nur auf der Ersatzbank saß, hatte Chelsea bei ManCity recht leichtes Spiel. Richard Dunnes Eigentor (6.) und Salomon Kalous Treffer (53.) sorgten für den Sieg, der die Millionentruppe weiter vom Titel träumen lässt. «Ich glaube, United wird nicht vor dem letzten Spieltag Meister», kündigte Coach Avram Grant mit einer unglücklichen Formulierung einen Titelkampf bis zum Schluss an. Das seit 16 Liga-Spielen unbesiegte Chelsea empfängt Ende April noch ManU an der Stamford Bridge.
Nach dem FC Portsmouth erreichte auch Cardiff City das Endspiel um den englischen Verbandspokal. Der Zweitligist besiegte den ebenfalls zweitklassige FC Barnsley durch einen Treffer von Joe Ledley (9.) mit 1:0 (1:0) und steht erstmals seit 1927 im Finale. Damals gewannen die Waliser den FA-Cup. Das unterlegene Barnsley hatte zuvor Liverpool und Chelsea aus dem Wettbewerb geworfen.
Bereits am Samstag sicherte sich der Premier-League-Club Portmouth mit einem 1:0 über Zweitligist West Bromwich Albion dank eines Tors von Nwankwo Kanu (54.) den Einzug ins Pokal-Finale der Außenseiter am 17. Mai im Wembley-Stadion. «Wenn wir so gut spielen, wie wir können, haben wir eine fantastische Chance, den Cup zu gewinnen», meinte «Pompey»-Coach Harry Redknapp. Portsmouth gewann den seit 1872 ausgespielten FA-Cup bisher einmal im Jahr 1939.
dpa
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