Dienstag, 8. April 2008 / 09:29 Uhr
Jena - Eine große Fete wird's nicht geben, vielmehr will Eberhard Vogel im Kreis der Familie und enger Freunde hoch über Jena seinen 65. Geburtstag und den Eintritt ins Rentner-Dasein feiern.
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«Beim 60. gab's ein großes Fest mit mehr als hundert Gästen», begründet der aus dem erzgebirgischen Niederwiesa stammende Vogel. Mit 440 Einsätzen ist er der Rekord-Spieler der DDR-Oberliga. Dabei erzielte er 188 Tore. Zudem traf er in 75 Länderspielen 25 Mal.
Auf der Habenseite seiner aktiven Laufbahn, die er erst im reifen Alter von 39 Jahren beendete, stehen zudem der Landesmeistertitel mit dem SC Karl-Marx-Stadt 1967, drei Pokalsiege mit dem FC Carl Zeiss Jena, zweimal Olympia-Bronze, die WM-Teilnahme 1974 sowie die Wahl zum Fußballer des Jahres 1969. Als bitterste Stunde sieht er die 1:2- Finalniederlage im Europacup der Pokalsieger 1981 in Düsseldorf gegen Dinamo Tiflis an. «Das ärgert mich noch heute», gibt er freimütig zu.
«Matz» Vogel war nicht nur ein «Dauerbrenner», dank seiner ausgeprägten Schusstechnik und Schusskraft war der Linksaußen auch ein Mann der besonderen Tore. 1964 gelang ihm in Warschau im Entscheidungsspiel um die Olympia-Teilnahme gegen den damaligen Europameister Sowjetunion beim 4:1-Sieg ein direkt verwandelter Eckball. «Da gehört Glück dazu. Ich habe es aber bewusst mit dem linken Außenrist versucht», erzählt der ehemalige Vollblutstürmer.
Unvergessen sind ihm auch die Treffer beim 1:2 im Test-Länderspiel in England und beim «kleinen Olympia-Finale» in München. «In München habe ich aus 35 Metern - übrigens erneut gegen die Sowjetunion - in den Dreiangel getroffen. Wembley ist mir trotz der Niederlage vor allem wegen der unvergleichlichen Atmosphäre mit 100 000 Zuschauern und der Tatsache unvergessen, dass wir alle mit Handschlag von der Queen begrüßt wurden», erinnert sich Vogel, der auch als Nachwuchs- Auswahltrainer einen kompletten Medaillensatz von EM und WM besitzt. Matthias Sammer, Andreas Thom, Dariusz Wosz und Frank Rost gehörten da als Top-Akteure zu seinen Mannschaften.
Bei allen Erfolgen blieb Vogel immer bodenständig. Dabei gab es mehrere lockende Angebote. Nach einem Spiel gegen den FC Santos bot der Pele-Club eine Ablösesumme von 1,5 Millionen Mark sowie für damalige Zeiten außergewöhnlich hohe 500 000 Mark Handgeld für den - laut Pele - «besten Linksaußen der Welt». Brasilianische Zeitungen träumten schon vom «genialen Sturm-Duo Pele/Vogel». Doch erster DDR- Auslandprofi durfte und wollte der mit der einstigen Sprintmeisterin Angela Höhme verheiratete Sachse nicht werden. Dafür war er 1992 bei Hannover 96 als erster «Ossi» Bundesliga-Chefcoach im Westen.
Drei Jahre später schaffte er als Nachfolger von Hans Meyer mit Carl Zeiss Jena den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Mit dem 1. FC Magdeburg stieg er 2001 in die Regionalliga auf und besiegte im DFB-Pokal den 1. FC Köln und Bayern München. Dazwischen erlebte er als Nationaltrainer in Togo sogar einen Krieg mit Ghana.
In den letzten Jahren trat der wegen eines Herzschrittmachers inzwischen stressanfälligere Vogel etwas kürzer. Er beobachtet für Sohn Tino - Trainer beim Regionalliga-Aufstiegsaspiranten Chemnitzer FC - künftige Gegner, schaut sich im Talente-Bereich um und kann sich vorstellen, dies auch für erstklassige Vereine zu machen: Denn ganz vom Lebenselixier Fußball will er auch als Rentner nicht lassen.
dpa
1 Kommentar | Kommentare verstecken
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Heribert Faßbender: Sie sollten das Spiel nicht zu früh abschalten. Es kann noch schlimmer werden.
1. gisela schrieb am 11.05.2010 um 18:00:22:
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