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Slomka hofft auf Heldentaten - Cruyff warnt «Barca»

Barcelona - Beim FC Schalke 04 wächst der Glaube an die Sensation von Tag zu Tag. Sogar Fußball-Legende Johan Cruyff hält eine Überraschung für möglich und warnt seinen ehemaligen Club FC Barcelona.

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Barca solle das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den Revierclub nach dem 1:0-Sieg im ersten Duell nicht auf die leichte Schulter nehmen. «Keiner darf sich einbilden, die Sache sei bereits gelaufen. Das wird kein Spaziergang», meinte Cruyff vor der Partie im Stadion Camp Nou. Die Favoritenbürde und damit den Druck sieht «Barcas» Ex-Profi und - Trainer eindeutig bei den Katalanen: «Barcelona muss weiterkommen, ohne Wenn und Aber.»

Eingeschworen

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Die Schalker Jones, Bordon und Krstajic (v.l.) wollen die Sensation schaffen.

Die Schalker dürfen sich durch diese Warnungen von «König Johan» geadelt fühlen. Doch in erster Linie müssen sie selbst an ihre Chance glauben. Schließlich winkt dem letzten deutschen Vertreter erstmals in der Vereinsgeschichte das Halbfinale in der Königsklasse - gegen Manchester United oder AS Rom. Mit dem Vorstoß auf Platz zwei in der Bundesliga durch das glanzlose 1:0 gegen Hansa Rostock haben die Profis wieder an Selbstvertrauen hinzugewonnen. Und das 0:1 aus dem Hinspiel gegen den Champions-League-Sieger von 2006 scheint nicht unaufholbar. Vor allem die zweite Hälfte macht den Schalkern Mut, nachdem sie im ersten Durchgang vor Ehrfurcht fast erstarrt waren.

Diesen «zu großen Respekt» müsse man unbedingt ablegen, betonte der im Hinspiel gesperrte Jermaine Jones: «Denn jeder hat gemerkt, dass Barcelona nicht unverwundbar ist.» Ähnlich forsche Töne gab es allerdings auch schon vor dem Hinspiel, und dann ist den Profis doch das Herz in die Hose gerutscht. Diese Gefahr sieht Jones nicht mehr. «Alle können sich auf dieses Spiel freuen. Wir wollten doch in die Champions League. Also sollten wir auch versuchen, dort zu bleiben. Ich fahre nicht dahin, um mir die Jungs nur anzuschauen. Es gibt doch nichts Geileres, als in so einem Stadion gegen eines der besten Teams der Welt zu spielen.» Jones hat sich das gewaltige Rund mit einem Fassungsvermögen von fast 100 000 Zuschauern im Vorjahr bei einer Urlaubsreise mit Frau Sarah schon angeschaut.

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Fabian Ernst räumt ein, dass die Ausgangslage «alles andere als gut ist. Aber wir haben nicht mehr viel zu verlieren». Man wolle nicht «80 Minuten auf ein 0:0 zu spielen und dann erst etwas nach vorne tun, sondern wir müssen von Anfang an das Herz in die Hand nehmen.» Ähnlich sieht es Kevin Kuranyi, der nach seiner 60-Minuten- Pause gegen Rostock wieder in die Startelf rückt. «Wenn ich von Beginn an spiele, werde ich alles geben», versprach der 26-Jährige, der sich eigentlich gut fühlt und seine Torflaute nicht so recht erklären kann. «Wenn ich wüsste, woran es liegt, dass ich im Moment nicht die Tore mache, würde ich es abstellen.» Auch die Pfiffe machen Kuranyi zu schaffen. «Es ist immer eine schwierige Situation, wenn dich die eigenen Fans auspfeifen. Das verunsichert mich. So etwas wünsche ich keinem», verriet er der «Sport Bild».

Personell kann Trainer Mirko Slomka fast aus dem Vollen schöpfen. Rafinha ist wieder fit. Entwarnung gab es beim Abschlusstraining für die angeschlagenen Heiko Westermann und Mladen Krstajic, die alle Übungen mitmachen. Christian Pander absolvierte wegen Adduktorenproblemen nur eine reduzierte Einheit. Neue Spekulationen über seine angeblich beschlossene Ablösung zum Saisonende lassen den Schalke-Coach kalt. «Damit beschäftige ich mich aktuell überhaupt nicht. Ich konzentriere mich nur darauf, die Mannschaft auf das Spiel vorzubereiten», sagte Slomka nach der Ankunft in Barcelona. Vom Team erwartet er eine engagierte Leistung. Ein «Wunder» sei nicht nötig, aber vielleicht «Heldentaten.»

Reichlich Grund zur Besorgnis hat derzeit Frank Rijkaard, der laut spanischen Medienberichten wohl nur bei einem Champions-League-Gewinn auch im nächsten Jahr noch Barca-Coach sein wird. Ronaldinho fällt wahrscheinlich bis Saisonende aus, Deco ist auch kein Thema. Etwas Hoffnung besteht bei Lionel Messi, der nach zweiwöchiger Behandlung in seiner argentinischen Heimat wieder trainiert. «Ich will unbedingt gegen Schalke spielen, aber niemand erlaubt mir das», klagte Messi, der auch beim dürftigen 0:0 gegen den FC Getafe am Sonntag fehlte. Danach schwenkten die Fans des in der Primera División 7 Punkte hinter Real Madrid abgeschlagenen Star-Ensembles weiße Taschentücher als Zeichen ihres Unmuts und zettelten die größten Proteste seit fünf Jahren an. Sollten am Mittwoch wieder weiße Tücher zu sehen sein, hätte Schalke alles richtig gemacht.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

FC Barcelona: Valdes - Zambrotta, Puyol, Milito, Abidal - Xavi, Touré, Iniesta - Eto'o, Bojan Krkic, Henry

FC Schalke 04: Neuer - Rafinha, Bordon, Krstajic, Westermann - Asamoah, Jones, Ernst, Pander (Kobiaschwili) - Altintop, Kuranyi

Schiedsrichter: Rosetti (Italien)

dpa

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