Dienstag, 8. April 2008 / 14:48 Uhr
München - Oliver Kahn will den Alptraum erst gar nicht an sich heranlassen. Ausgerechnet in einem Provinz-Stadion vor den Toren von Madrid könnte die internationale Fußball-Karriere des Torwarts-Titans ein abruptes und bitteres Ende finden.
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Zwei Jahre nach seinem 86. und letzten Länderspiel für Deutschland in der Partie um Platz drei bei der Heim-WM gegen Portugal (3:1) könnte der Kapitän mit dem FC Bayern München im UEFA-Pokal-Viertelfinale nach dem 1:1 im Hinspiel gegen den krassen Außenseiter FC Getafe scheitern.
Doch wie reagiert Kahn, der vom Ehrgeiz Getriebene, der seine Karriere im Sommer mit drei Titeln triumphal beschließen möchte, vor seinem 140. Europapokalspiel auf diese düstere Aussicht? Jedenfalls anders als erwartet: «Wenn es da zuende geht, ist es halt zu ende. Irgendwann ist immer das letzte Mal, ob am Donnerstag oder in fünf Wochen, das belastet mich nicht», erklärte der 38-Jährige in München und versicherte auch auf die x-te Nachfrage der Reporter: «Ich würde daran nach 20 Jahren im Fußball nicht umkommen.»
Die äußerliche Gelassenheit hat einen simplen Grund. Kahn glaubt einfach nicht, dass es so kommen wird. Er ist felsenfest überzeugt davon, dass der Bundesliga-Spitzenreiter sich im nur 17 000 Zuschauer fassenden «Coliseum Alfonso Pérez» behaupten wird, auch wenn er dem Gegner vor dem Rückspiel höchsten Respekt zollte: «Das ist keine Landkundschaft. Wenn man sieht, was für einen Fußball Getafe spielt, ist das ein Duell auf Augenhöhe.»
Vor der internationalen Reifeprüfung für die neu formierte Millionen-Truppe des FC Bayern sieht Kahn keinen Sinn darin, mit markigen Sprüchen «den Heißmacher zu spielen». Ein Weckruf sei nach dem Hinspiel-Ergebnis nicht mehr nötig: «Die Mannschaft ist konzentriert, das spürt man. Sie will das Triple holen.»
Für das Team - und besonders für ihn - beginnen mit der Partie in Getafe die Endspiel-Wochen. Kahn freut sich drauf: «Ich bin im Grunde nur dankbar, dass die Saison so verläuft.» Der Vollblut-Profi, der auf Vereinsebene praktisch alles gewonnen hat, vom Weltpokal über die Champions League bis hin zum UEFA-Pokal, kann seine bemerkenswerte Karriere nochmals krönen. Der achte deutsche Meistertitel ist ihm bei neun Punkten Vorsprung in der Bundesliga kaum noch zu nehmen, im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund winkt am 19. April in Berlin Titel Nummer zwei. Und das dritte Ziel bleibt das UEFA-Cup-Finale am 14. Mai in Manchester - es wäre der letzte große Auftritt in Europa. Davon träumt Kahn, das treibt ihn auf der Zielgeraden seiner Laufbahn an, auch wenn er nach Außen Bescheidenheit äußert: «Wenn es am Ende ein Titel wird, wäre das auch super. Damit wäre ich auch zufrieden.»
dpa
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