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Leverkusens lästige Dienstreise

Leverkusen - Für Bayer 04 Leverkusen ist die UEFA-Pokal-Partie bei Zenit St. Petersburg zur lästigen Dienstreise geworden. «Die Frage, ob wir dieses Spiel noch ernst nehmen, wird uns begleiten», sagte Bayer-Chefcoach Michael Skibbe vor dem Viertelfinal-Rückspiel.

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Nach dem 1:4-Debakel vor einer Woche steht der nach vier Pflichtspiel-Niederlagen in der Krise steckende Werksclub vor einem Dilemma. «Wir wollen uns in Russland gut verkaufen, aber die Begegnung am Sonntag gegen den VfB Stuttgart ist im Hinterkopf», sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler, der den deutschen Meister als Hauptrivalen um den erneuten Europacup-Einzug ansieht.

Nachdenklich

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Bayer-Coach Michael Skibbe will sich mit seinem Team in St. Petersburg gut verkaufen.

Natürlich ist es für Trainer Skibbe eine Frage der Ehre, sich mit Anstand von der europäischen Bühne zu verabschieden: «Auch wenn wir nahezu aussichtslos nach St. Petersburg fahren, wir wollen uns für die schlechten Spiele revanchieren.» Allerdings ist seine Personalplanung praktisch auf das Duell mit dem Tabellenfünften aus Stuttgart ausgerichtet und deshalb eine Rotation zu erwarten. «Ich werde einigen Spielern eine Pause geben», kündigte Skibbe an, «aber das heißt nicht, dass wir das Spiel herschenken wollen.»

Definitiv nicht mitfahren wird Tranquillo Barnetta (Rippenprellung), für den wohl Paul Freier spielt. Der zuletzt formschwache Bernd Schneider hat seine Wadenprobleme auskuriert. Denkbar ist, dass die zuletzt müden Stammkräfte Simon Rolfes, Stefan Kießling oder Gonzalo Castro geschont werden und Reservisten wie Sascha Dum oder Dmitri Bulykin zum Einsatz kommen.

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Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hat nichts gegen die Sicherheitsstrategie einzuwenden, da die Qualifikation der abgestürzten Bundesliga-«Himmelsstürmer» für den UEFA-Cup 2008/09 erste Priorität hat. «Den Glauben an ein Weiterkommen haben wir nicht verloren, doch die Chance liegt nur bei ein, zwei Prozent», meinte er. Rund drei Millionen Euro Überschuss aus dem laufenden Europacup- Wettbewerb konnte er verbuchen. «Wir scheiden wohl wie im letzten Jahr aus, wenn es finanziell interessant wird», bedauerte Holzhäuser in Erinnerung an das Aus 2007 gegen CA Osasuna nach einer 0:3- Heimpleite.

Größer wäre der immaterielle Schaden aber, wenn man sich nicht für den nächsten UEFA-Cup qualifiziert: «Es wäre ein erheblicher Imageverlust.» Deshalb müssen seine müden Profis so schnell wie möglich wieder selbstbewusst auf den Beinen stehen. «Wir reißen uns die Haare nicht aus», sagte Völler, «doch nun muss der Trainer daran arbeiten, schnell aus diesem Loch wieder rauszukommen.» Dabei sieht Holzhäuser mehr mentale Probleme auf Skibbe zukommen: «Das größte Problem wird für ihn sein, den Spielern den Mut für Dinge zurückzugeben, die sie sich vorher zugetraut haben.»

Möglicherweise können die Bayer-Kicker in St. Petersburg mit einem guten Auftritt wieder Selbstbewusstsein tanken. Schließlich kam das Team von Chefcoach Dick Advocaat am vergangenen Wochenende in der Premjer Liga nicht über ein 2:2 gegen Shinnik Jaroslawl hinaus und liegt mit nur einem Sieg aus vier Spielen auf Tabellenrang neun. Völlig abgemeldet gegen Jaroslawl war Stürmerstar Andrej Arschawin, Schütze des 1:0 bei Bayer. Möglicherweise ist es ein gutes Omen für die angeschlagenen Leverkusener, das zur gleichen Zeit in St. Petersburg die deutsche Rockgruppe «Scorpions» eine Russland- Tournee beginnt. Denn ihr berühmtes Lied heißt: «Wind of Change.»

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Zenit St. Petersburg: Malafejew - Anjukow, Schirokow (Hubocan), Krizanac, Sirl - Denisow, Timoschtschuk, Zyriajnow - Arschawin, Faysulin - Pogrebnijak

Bayer 04 Leverkusen: Adler - Dum, Friedrich, Haggui, Sarpei - Sinkiewicz, Vidal - Schwegler, Schneider, Freier - Bulykin

Schiedsrichter: Manuel Mejuto González (Spanien)

dpa

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