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Nach Ausschreitungen: Debatte um härtere Strafen

Düsseldorf - Die aktuellen Vorfälle mit abgebrannten Leuchtraketen in Fanblocks der 1. und 2. Bundesliga haben die Diskussion über eine härtere Bestrafung von gewaltbereiten Fans wiederbelebt.

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Nur wenige Tage nachdem der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Höchstdauer von Stadionverboten von fünf auf drei Jahre reduziert hat, werden Forderungen nach einem konsequenteren Durchgreifen laut. So solle über lebenslange Stadionverbote «ernsthaft nachgedacht werden», befand Thomas Weyhing in den «Stuttgarter Nachrichten». Wie der Geschäftsführer des VfB Stuttgart sprach sich auch der baden-württembergische Landespolizeipräsident Erwin Hetger gegen eine Liberalisierung bei Stadionverboten aus: «Diese Aufweichung der Richtlinien ist ein völlig falsches Signal an Gewalttäter.»

«Brand-Einsatz»

Foto: dpa Bild vergrößern

Die Nürnberger Jaromir Blazek (l) und Javier Pinola entfernen einen brennenden Feuerwerkskörper.

Zwar sieht auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) Diskussionsbedarf, will aber die Novellierung nicht prinzipiell in Frage stellen. Trotz der Vorfälle in Frankfurt und Köln, wo das Abbrennen von Feuerwerkskörpern für Spielunterbrechungen gesorgt hatte, plädierte DFL-Geschäftsführer Spielbetrieb Holger Hieronymus für den Erhalt der neuen Stadionverbotsrichtlinien: «Von italienischen Verhältnissen sind wir noch meilenweit entfernt. Ich denke, es wäre völlig falsch, die lang und intensiv geführte Diskussion wieder zu beginnen.»

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Tagung der Sicherheitsbeauftragten der Vereine am Donnerstag in Frankfurt mit je drei Vertretern der beiden Bundesligen und Mitarbeitern der DFL an Brisanz. Unabhängig von den Ergebnissen dieses Treffens will der 1. FC Nürnberg auf die Ausschreitungen einiger Fans in Frankfurt reagieren. «Wir werden die Sicherheitsvorkehrungen auf jeden Fall erhöhen. Die Zuschauer sollen sich sicher fühlen, und wir wollen mögliche Täter abschrecken», sagte Sportdirektor Martin Bader vor dem Heimduell mit dem VfL Wolfsburg am Freitag. Dagegen sehen die anderen Clubs, die am Wochenende Heimrecht genießen, vorerst keinen Handlungsbedarf.

Allein mit besseren Einlasskontrollen ist das Problem ohnehin kaum zu beheben. «Wenn jemand Leuchtraketen reinschmuggeln will, wird man das nur schwer verhindern können», kommentierte Wolfgang Holzhäuser mit Verweis auf die höchste Sicherheitsstufe beim Zweitliga-Gipfel zwischen Köln und Mönchengladbach. «Wir haben schon sehr strenge Sicherheitskontrollen, die manchen Fans nicht gefallen. Deshalb werden wir keine weiteren Maßnahmen ergreifen», sagte der Geschäftsführer von Bayer Leverkusen.

Ähnlich wie Holzhäuser sprach sich auch Karl-Heinz Rummenigge für eine sachliche Diskussion zum Thema aus: «Die Vereine machen so viel wie nie zuvor. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München wertet die jüngsten Vorkommnisse nicht als neuen Trend, sondern als «Aktionen von frustrierten Fans». Gleichwohl warnte er davor, das Geschehen zu bagatellisieren: «Wir müssen wachsam bleiben und mit Kontinuität daran arbeiten, es zu verhindern, Hooligans eine Plattform zu bieten.»

Zweitliga-Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach will mit Härte gegen die Übeltäter vorgehen und damit für Abschreckung sorgen. «Wir tun alles, um anhand der Videoaufzeichnungen zu ermitteln, wer es getan hat. So etwas darf auf keinen Fall passieren, egal was zuvor an Provokation gewesen ist», sagte Vereinssprecher Markus Aretz. Hintergrund der Vorkommnisse im Gäste-Fanblock war eine Aktion von Kölner Fans, die in der Schlussphase eine zuvor aus dem Gladbacher Stadion entwendete Fahne vor den Augen der Rivalen zerrissen hatten.

dpa

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