Donnerstag, 10. April 2008 / 12:42 Uhr
London - Das Fußball-Mutterland hat aus der Champions League schon eine englische Meisterschaft mit spanischer Beteiligung gemacht - nun will Manchester United auch noch für ein rein britisches Finale sorgen.
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«Der FC Barcelona ist ein wundervoller Club, aber wir wollen dort hingehen und ihnen zeigen, wie besonders unsere Mannschaft ist», verkündete Coach Alex Ferguson, der mit ManU nach Siegen über den AS Rom (1:0/2:0) als dritter englischer Verein nach dem FC Liverpool und dem FC Chelsea in die Vorschlussrunde der Königsklasse gelangte. Dort soll Schalke-Bezwinger Barça als letzter Mohikaner des Rest-Kontinents aus dem Weg geräumt werden. Damit wäre der Weg frei - und die Briten könnten im Endspiel am 21. Mai in Moskau den wertvollsten europäischen Vereins-Titel erstmals seit 2005 auf die Insel holen.
«Wir freuen uns auf zwei unglaubliche Spiele», sagte Kapitän Gary Neville, der gegen Rom nach gut einjähriger Verletzungspause einen Kurzeinsatz absolvierte und sich mit ManU einen Rekord schnappte. Das knappe 1:0 über die Italiener war der elfte Heimsieg nacheinander in Europas Meisterliga - damit überboten der starke Ex-Münchner Owen Hargreaves, der Carlos Tevez' Siegtor (70. Minute) per Maßflanke vorbereitete, & Co. die bisher gemeinsam mit Juventus Turin gehaltene Bestmarke. Angesichts dieser Serie verwundert Fergusons Urteil über sein Team nicht wirklich: «Wir haben hier derzeit etwas Besonderes.»
Barcelonas Camp Nou-Stadion, wo am 23. April das Hinspiel steigt, hat für Manchester United eine besondere Bedeutung. Dort hielt der englische Meister nach einem dramatischen Match gegen Bayern München 1999 beim mit zwei späten Toren erkämpften 2:1 zum ersten und bisher einzigen Mal die europäische Landesmeister-Trophäe in die Höhe. Das Boulevardblatt «Mirror» signalisierte am Donnerstag schon Hunger auf mehr als «nur» einen weiteren Champions-League-Sieg für ManU: «Das war nur der Appetithappen. Die Frage ist, wie große der Hauptgang wird. Manchester kann es jetzt sogar besser machen als die Helden von 1999 und eine Champions-League-Dynastie in Old Trafford errichten.»
Während ManU sich nach dem beruhigenden 2:0-Hinspielsieg auch ohne die geschonten Stammkräfte Cristiano Ronaldo, Wayne Rooney und Paul Scholes nicht vom Erfolgsweg abbringen ließ, zeigten die Römer im Old Trafford, wie man es nicht machen sollte. Sie ließen alle sich bietenden Torchancen aus. Als Krönung jagte Daniele de Rossi (30.) gar einen geschenkten Elfmeter in den dunklen Himmel von Manchester und gestand später geknickt ein: «Als Römer habe ich den Druck zu sehr gespürt. Das war das schlimmste Erlebnis meiner Karriere.»
dpa
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