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Last-Minute-Gegentor schockt Chelsea im Titelkampf

London - Ein Gegentor in der Nachspielzeit hat die Titelträume von Michael Ballacks FC Chelsea wohl endgültig zerstört. Nach einem mageren 1:1 gegen Wigan Athletic liegen die «Blues» vier Spieltage vor Schluss fünf Punkte hinter Spitzenreiter und Titelverteidiger Manchester United.

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Nach Jens Lehmann und dem FC Arsenal kann somit wahrscheinlich auch sein Nationalmannschaftskollege Ballack den Titel in der Premier League abschreiben. Um sich noch ein wenig Hoffnung zu bewahren, muss das vorgezogene Match gegen den FC Everton unbedingt gewonnen werden. Und dann kommt ManU zum direkten Duell an die Londoner Stamford Bridge.

Aussetzer

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Michael Ballack muss mit Chelsea die verlorenen Punkte aufholen.

Die Zeitungen trugen die Titelträume der «Blues» indes schon zu Grabe. «Mausetod und unter der Erde», textete der «Mirror», nachdem Wigans Stürmer Emile Heskey Chelsea mit dem Ausgleichstor kurz vor dem Abpfiff geschockt hatte. «Blues»-Coach Avram Grant steht einmal mehr in der Kritik. Die eigenen Fans bedachten ihn mit Spottgesängen. Und die Boulevardzeitung «The Sun» schrieb: «Zeit zu gehen, Avram».

«Wir sind immer noch im Rennen», meinte dagegen Grant. Während Ballack nach dem Gegentreffer mit gesenktem Kopf auf das Grün des heimischen Stadions an der Stamford Bridge starrte und seine Elf bald darauf entgeistert vom Platz schlich, erklärte Grant: «Meine Spieler glauben weiter an den Titel.» Nicht zu Unrecht wies der israelische Coach darauf hin, dass sich die Lage nicht grundsätzlich geändert hat: «Wir müssen auf ein schlechtes Ergebnis von United hoffen.»

Gegen Wigan hatte Grant wegen einer Knieschwellung auf Stürmerstar Didier Drogba verzichten müssen. Frank Lampard fehlte im Mittelfeld kurzfristig wegen eines Krankheitsfalls in der Familie. Dafür stand Torwart Petr Cech, der nach einem Trainingsunfall zuletzt mit 50 Stichen im Gesicht genäht werden musste, wieder zwischen den Pfosten.

Anzukreiden war Grant, dass er den stets angriffslustigen englischen Nationalspieler Joe Cole zunächst auf der Bank beließ. Cole kam nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit, bald darauf ging Chelsea durch Michael Essien (55. Minute) in Führung. Danach ließ das Team aber eine Reihe von Chancen aus, was Heskey Sekunden vor Schluss (90.+2) bestrafte. «Blauer Mord», befand die Zeitung «Daily Mail».

«Ich freue mich mehr über unseren Punkt als über die Hilfestellung für ManU», beteuerte Wigan-Trainer Steve Bruce. Er weiß, wie es sich anfühlt, United-Trainer Sir Alex Ferguson zum Meistertitel zu verhelfen. 1993 drehte der damalige ManU-Verteidiger mit zwei Toren eine Partie gegen Sheffield United, und Ferguson feierte seinen ersten großen Erfolg mit den «Red Devils». 15 Jahre später kann sich Ferguson womöglich bei Bruce für den zehnten Titel bedanken.

dpa

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