Mittwoch, 16. April 2008 / 17:05 Uhr
Warschau - Die polnische Fußball-Nationalmannschaft hat die heiße Phase der EM-Vorbereitung eingeläutet. Nationaltrainer Leo Beenhakker berief in Warschau drei Bundesliga-Profis in seinen vorläufigen Kader für das Turnier in Österreich und der Schweiz.
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Angreifer Artur Wichniarek (Arminia Bielefeld) sowie die Mittelfeldspieler Jakub Blaszczykowski (Borussia Dortmund) und Jacek Krzynowek (VfL Wolfsburg) haben gute Chancen, für Deutschlands ersten Gruppengegner auflaufen zu können. Zudem nominierte Beenhakker den früheren Dortmunder Ebi Smolarek in sein vorläufiges Aufgebot für die Europameisterschaft vom 7. bis 29. Juni.
Der niederländische Coach äußerte sich besorgt über den jüngsten Korruptionsskandal in Polens Club-Fußball, in den mindestens 29 Teams verwickelt sind. «Die Situation ist sehr übel», sagte der 65-Jährige, der seinen Vertrag in Polen erfüllen und weitere zwei Jahre bleiben will. Er bezeichnete es als seine Pflicht, die Nationalelf aus der Affäre herauszuhalten. «Meine Rolle ist es, den Prozess der Vorbereitung auf die EM zu schützen und aus dieser Situation herauszuhalten.» Der Skandal liefere ein sehr schlechtes Beispiel für die junge Spieler-Generation. Polen ist 2012 gemeinsam mit der Ukraine Gastgeber der Europameisterschaft.
Der Korruptionsskandal hat ein immenses Ausmaß. Seit 2005 ermittelt die Staatsanwaltschaft Breslau gegen korrupte Trainer, Schiedsrichter, Spieler und Funktionäre. Inzwischen wurde Anklage gegen rund 120 Personen erhoben.
Im Falle eines Überraschungscoups in den Alpenländern darf sich das Team über eine Siegprämie von 3 Millionen Euro freuen. Für eine Finalteilnahme bekäme die Mannschaft noch 1,8 Millionen, für das Erreichen der Vorschlussrunde 1,2 Millionen Euro. Dies teilte der Präsident des polnischen Verbandes PZPN, Michal Listkiewicz, mit. Jeder Sieg in der Vorrunde garantiert dem Team 400 000 Euro.
Polen trifft im ersten Gruppenspiel am 8. Juni in Klagenfurt auf die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Danach geht es am 12. Juni gegen Co-Gastgeber Österreich, ehe vier Tage später im letzten Gruppenspiel Kroatien wartet. Insgesamt berief Beenhakker in der polnischen Hauptstadt zunächst 31 Spieler, ehe er am 28. Mai in Reutlingen sein endgültiges 23-köpfiges Aufgebot bekanntgeben wird. In der schwäbischen Stadt bestreiten die Polen ihre abschließenden Testpartien gegen Mazedonien (26. Mai) und Albanien (27. Mai).
dpa
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