Donnerstag, 17. April 2008 / 14:23 Uhr
Düsseldorf - An der Spitze der Fußball-Bundesliga ist das Titelrennen zugunsten des FC Bayern München praktisch entschieden, dafür wird es am Tabellenende immer spannender.
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Arminia Bielefeld kann sich nach dem 1:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen als alleiniger Gewinner des 29. Spieltags fühlen. Die übrigen vier Abstiegskandidaten zogen bei der «Lotterie 3 aus 5» allesamt Nieten. Weder der MSV Duisburg (0:1 gegen den KSC) noch Schlusslicht 1. FC Nürnberg (0:3 beim VfB Stuttgart) konnten Kapital aus den Pleiten der Konkurrenten Energie Cottbus (0:5 bei Schalke 04) und Hansa Rostock (1:2 gegen Werder Bremen) ziehen.
Dank des Siegtores von Andre Mijatovic (51. Minute) und dem laut Trainer Michael Frontzeck «besten Spiel unter meiner Leitung» verließen die Ostwestfalen die Abstiegsränge. Doch der Kampf gegen den Sturz in die 2. Liga bleibt extrem spannend und wird vermutlich erst in letzter Sekunde entschieden: Zurzeit hat der «Club» als Schlusslicht (23 Punkte) die schlechtesten Karten, könnte aber mit einem Sieg im Nachholspiel gegen den VfL Wolfsburg die Duisburger (25) überholen und mit einem weiteren Heimspiel-Erfolg im direkten Duell gegen Bielefeld sechs Tage später gar einen Befreiungsschlag landen.
Für den Pokalsieger steht also eine Extrem-Woche an, in der man viel gewinnen, aber auch die letzte Hoffnung verlieren könnte. «Wenn wir die beiden Heimspiele nicht gewinnen, haben wir keine Chance», fürchtet Stürmer Angelos Charisteas. Trainer Thomas von Heesen kann auch nicht viel Optimismus verbreiten: «Das 0:3 zu verarbeiten ist brutal hart. Ich habe nicht geglaubt, dass wir noch einmal einen solchen Rückschlag erleiden.»
Besser stehen die Chancen für den Tabellen-14. Cottbus (29). Die Lausitzer haben es selbst in der Hand, sich daheim am nächsten Spieltag (26. April) von dem um zwei Plätze und zwei Punkte schlechteren Verfolger aus Rostock abzusetzen. «Das ist unser Endspiel», sagte Energie-Coach Bojan Prasnikar nach dem 0:5 auf Schalke, das bei seiner Elf keine Spuren hinterlassen soll. «Schalke, das war Champions League», ordnete Manager Steffen Heidrich die «Klatsche» richtig ein. Auch er setzt auf das direkte Duell mit Hansa: «Jetzt zählt nur noch dieses Spiel.»
Das wohl schwerste Restprogramm der Kellerkinder hat Duisburg. Umso wichtiger wäre es gewesen, den Heimfluch zu besiegen. Doch selbst der Trikottausch und der Griff zu den gelben Auswärtsleibchen half gegen den Karlsruher SC in der MSV-Arena nicht. «Ich wollte meinem Team die Angst vor dem Heimspiel nehmen», klagte Trainer Rudi Bommer nach dem missglückten Psychotrick. Beim nächsten Mal dürfen die auswärts zuletzt erfolgreicheren MSV-Profis wieder reisen. Aber nur rund 40 Kilometer zum Derby beim VfL Bochum. Ob das überhaupt als Auswärtsspiel zählt?
Frei von solchen Sorgen eilt Bayern München von Sieg zu Sieg, und Luca Toni trifft wie er will. Mit seinen zwei Treffern zum 3:1 bei Eintracht Frankfurt ebnete der Italiener endgültig den Weg zum 21. Meistertitel. Sollte die Elf von Trainer Ottmar Hitzfeld am kommenden Spieltag daheim Stuttgart schlagen, Bremen gleichzeitig in Karlsruhe verlieren und Schalke nicht mehr als einen Punkt in Hamburg holen, dann könnten sich die Bayern bereits vier Spieltage vor dem Saisonende die Meisterkrone aufsetzen. Hitzfeld ist sicher, dass man sich die Schale angesichts der zehn Punkte Vorsprung nicht mehr entreißen lässt. «Was die Konkurrenz in der Bundesliga macht, ist für mich nicht mehr so wichtig.»
Schnell rückte daher für die Münchner das Pokal-Finale an diesem Samstag gegen Borussia Dortmund in den Blickpunkt. Da die Leistung des BVB beim 1:3 gegen Hannover 96 erneut jenseits des Erträglichen war und die Profis wie verirrte Schafe über den Rasen trabten, glauben selbst die größten Borussen-Fans nicht mehr an eine Sensation im Olympiastadion. Gleichwohl hofft Alexander Frei nach zuletzt acht Gegentoren in zwei Spielen auf das Wunder: «Wir haben in München beim 0:5 eine Lektion bekommen. Jetzt haben wir eine zweite Chance. Jeder von uns ist hungrig auf Titel.»
dpa
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