Freitag, 18. April 2008 / 12:29 Uhr
London - Der FC Chelsea hat seine letzte Chance auf den Meistertitel auch ohne den leicht angeschlagenen Michael Ballack gewahrt. Der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft konnte den 1:0-Sieg der «Blues» beim FC Everton wegen einer Fußreizung nur am heimischen Fernseher verfolgen.
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Größere Sorgen muss sich aber weder Chelsea-Coach Avram Grant noch Bundestrainer Joachim Löw machen. Schon am 22. April beim Hinspiel im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Liverpool soll der vorsichtshalber geschonte Ballack wieder komplett fit sein, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa in London. Kurz vor der Abreise nach Liverpool hatte sich der 31-Jährige im Training die Blessur zugezogen.
Grant bestätigte nach dem Spiel lediglich, dass Ballack wegen einer Verletzung gefehlt habe. Der Israeli revanchierte sich bei den englischen Medien, die ihn in den vergangenen Tagen wiederholt massiv kritisiert hatten, mit einer einsilbigen Pressekonferenz und ließ sich auch zu Ballack nichts entlocken. Gefragt nach der Art der Verletzung, antwortete Grant laut der Boulevardzeitung «The Sun» lapidar: «Fragen Sie den Arzt.» Auch sonst beantwortete er Fragen nur knapp mit «Ja» oder «Nein». «Keine Ahnung», sagte der mürrische Coach auf die Frage, ob Chelsea mit zwei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Manchester United noch im Titelrennen sei.
Trotz Grants vorgeblicher Ahnungslosigkeit liegt es nun an «ManU», gegen die Blackburn Rovers den nächsten Schritt zum Titel zu tun. Sollte United siegen, könnte die Elf von Sir Alex Ferguson schon am folgenden, drittletzten Spieltag die zehnte Meisterschaft in 15 Jahren perfekt machen. Denn am 26. April treten die «Red Devils» in Chelseas Stadion an der Stamford Bridge an und würden mit einem Sieg über den Verfolger schon vorzeitig den Titel verteidigen. Allerdings ist Chelsea auf heimischem Grund in der Premier League seit 80 Spielen ungeschlagen. Zuletzt verloren die «Blues» daheim gegen den FC Arsenal, vor über vier Jahren.
Gegen Everton, das sich mit der Niederlage endgültig vom Traum vom vierten Tabellenplatz verabschiedete, reichte Chelsea ein Tor von Michael Essien in der 40. Minute. Neben Ballack fehlten bei den «Blues» auch Mittelfeldpartner Frank Lampard (Krankheitsfall in der Familie) und Didier Drogba (Knieprobleme). Der Einsatz beider gegen Liverpool ist fraglich.
Grants Einsilbigkeit brachte dem Chelsea-Trainer unterdessen nur weitere Negativschlagzeilen ein. Die Boulevardzeitung «The Sun» fragte, ob Grant verrückt geworden sei, der «Mirror» taufte ihn «Avram Grunz». Die seriöse Tageszeitung «The Guardian» kritisierte Grants Auftreten als «jämmerlich».
dpa
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