Freitag, 18. April 2008 / 15:39 Uhr
Nürnberg - Nach der Sintflut verspricht nur der Wettergott Besserung, Bundesligist 1. FC Nürnberg steht nach dem Nackenschlag von Stuttgart das Wasser weiter bis zum Hals.
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«Am Sonntag muss jeder Spieler Farbe bekennen. Die Mannschaft muss beweisen, dass sie Hintern in der Hose hat, damit wir drei Punkte näher an die Gegner rücken», beschwört Trainer Thomas von Heesen vor der Neuauflage des Abbruchspiels gegen den VfL Wolfsburg die wohl letzte Chance im Kampf gegen den Abstieg. Nicht nur für den tief gefallenen Pokalsieger von 2007 ist der zweite Anlauf der Bundesliga-Partie ein «Endspiel» (Manager Martin Bader), die Gäste aus Wolfsburg hoffen auf die Rückkehr ins Rennen ums internationale Geschäft.
Schwere Regenfälle hatten am 11. April für den ersten Bundesliga- Spielabbruch seit 32 Jahren gesorgt - und den Franken eine weitere kalte Dusche verpasst. Dabei lief für den dringend benötigten ersten Heimsieg seit mehr als vier Monaten alles nach Plan: Erst hielt «Club»-Torhüter Jaromir Blazek den Foulelfmeter von Marcelinho, dann traf Stürmer Iwan Saenko mit gütiger Beihilfe von Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio zur Führung. Doch am Ende stand Nürnberg wieder einmal mit leeren Händen da. «Nach 45 Minuten hatten wir schon mal drei Punkte, die wollen wir wieder haben», sagte von Heesen.
Fünf Punkte sind es nach der 0:3-Pleite beim VfB Stuttgart bis zum rettenden Ufer, und die Franken flüchten sich in Durchhalteparolen. «Aufgegeben wird nicht», verspricht Manager Bader. «Wir wollen in der 1. Liga bleiben und so lange rein rechnerisch alles möglich ist - und das ist es -, werden wie versuchen, da unten rauszukommen.» Bei Misserfolg droht dem «Club» ein weiterer trauriger Rekord: Als einziger amtierender deutscher Meister stieg Nürnberg 1969 ab, am Wochenende des Pokalfinales steht der entthronte Cup-Verteidiger erneut vor dem Gang in die Zweitklassigkeit.
Die Wolfsburger wollen sich in Franken für das 0:1 am Dienstag gegen den VfL Bochum vor nur 18 101 Zuschauern rehabilitieren. «Das war schon etwas enttäuschend, was an Zuschauern da war in unserer Situation. Das zeigt einfach, dass hier in Wolfsburg Verein und Mannschaft noch nicht bereit sind, um in der Bundesliga oben zu spielen», klagte Trainer Felix Magath nach der Partie.
Zwei Tage vor dem Auftritt in Nürnberg gab sich Magath wieder zuversichtlich: «Wir gehen mit viel Willen in die Partie, um die drei Punkte zu holen.» Die Gäste müssen am Sonntag wegen der Sperren von Grafite und Ashkan Dejagah ohne ihren Paradesturm auskommen, den Traum von Europa haben sie aber noch nicht aufgegeben. «Es ist noch nicht vorbei», sagt Abwehrchef Ricardo Costa. «Wir müssen in Nürnberg gewinnen, um direkt wieder oben ranzukommen.»
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
1. FC Nürnberg: Klewer - Jacobsen, Wolf, Abardonado, Pinola - Galasek, Mnari - Vittek, Misimovic, Saenko - Charisteas (Koller)
VfL Wolfsburg: Benaglio - Baier, Ricardo Costa, Simunek, Schäfer - Riether, Josué - Gentner, Marcelinho, Krzynowek - Dzeko
dpa
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