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Lingor-Verletzung trübt Champagner-Sause des FFC

Berlin - Die Champagner-Sause dauerte bis 05.00 Uhr morgens, doch Renate Lingor war nicht so richtig zum Feiern zumute. Mit traurigem Gesicht sah sie ihren Team-Kolleginnen vom 1. FFC Frankfurt zu, die nach dem siebenten Pokalsieg heiser ihr «We are the Champions» durch den Bankettsaal schmetterten.

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Zuvor hatte eine genauere Untersuchung ihrer im Finale gegen den 1. FC Saarbrücken erlittenen Verletzung eine Schultereckgelenk-Sprengung und mehrere Bänderrisse ergeben, die eine Operation und eine mindestens achtwöchige Zwangspause nach sich ziehen werden. Damit gerät auch das Unternehmen Olympia für die Mittelfeld-Regisseurin in Gefahr.

Ausgleich

Foto: dpa Bild vergrößern

Frankfurts Stürmerin Wimbersky (l) erzielt an Saarbückens Torhüterin Holz vorbei den 1:1-Ausgleich..

Im Match hatte Lingor mit einem verschossenen Elfmeter (12.) Anteil daran, dass ihr favorisiertes Team gegen den krassen Außenseiter nur schwer in Gang kam. Da die Amerikanerin Natalie Budge bereits in der 4. Minute die erste Chance der Saarbrückerinnen eiskalt zum überraschenden 1:0 nutzte, sah es trotz des Ausgleichs durch Petra Wimbersky (22.) noch bei Halbzeit nach einer Überraschung aus. Doch dann sorgten die zweimal erfolgreiche Conny Pohlers (50./59.), Kerstin Garefrekes (54.) und Birgit Prinz (75.) mit ihren Toren zum 5:1-Endstand noch für ein standesgemäßes Resultat.

«Die leichtesten Aufgaben sind oft die schwersten», meinte Frankfurts Trainer Hans-Jürgen Tritschoks. «In der Pause hat er uns einen Anschiss verpasst, da lief es sofort besser», nannte Conny Pohlers eine Ursache für den klaren Erfolg im zehnten Pokal-Finale der Frankfurterinnen seit 1999. «Jetzt wollen wir das zweite Triple nach 2002. In der Meisterschaft läuft es gut, aber im UEFA-Cup gibt es gegen Umea IK noch ein hartes Stück Arbeit», meinte Kapitän Tina Wunderlich, die wohl zwei Rekorde für die Ewigkeit aufstellte: In keinem der zehn Endspiele in Serie fehlte sie auch nur eine Minute und durfte siebenmal den Pokal in die Höhe strecken. «Das Kribbeln im Bauch war noch so wie beim ersten Mal», gestand sie hinterher.

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Im UEFA-Cup-Rückspiel gegen Schwedens Meister hofft Manager Siegfried Dietrich nun auf einen Zuschauer-Weltrekord für Frauen-Vereinsspiele. «Wir sind in die Commerzbank-Arena umgezogen, weil wir mit über 20 000 Fans rechnen», sagte Dietrich. Erst wenn das Triple perfekt ist, soll es einen Geldregen für die Spielerinnen geben. Für den Pokalsieg erhielten sie nur eine kleinere Prämie aus den 70 000 Euro TV-Einnahmen, die beide Finalteilnehmer kassieren.

Dietrich kündigte zugleich ein weiteres personelles Aufrüsten seines Teams an, in dessen Anfangsformation in Berlin schon fünf Weltmeisterinnen standen. «Die Top-Clubs in Europa haben durchweg die Auswahlspielerinnen gebündelt. Uns reicht es nicht, in der Bundesliga souverän zu spielen», kündigte er an. «Unsere Philosophie ist es, auf deutsche Spielerinnen zu setzen. Der Marktwert wächst mit nationalen Gesichtern. Deshalb haben wir mit Birgit Prinz bis 2011 verlängert.»

Die dreimalige «Weltfußballerin» Prinz genoss die Feierlichkeiten nach dem ersten Schritt zum Triple, beklagte aber die Atmosphäre im zu Spielbeginn nur spärlich gefüllten Olympiastadion. «Mir ist es lieber, es kommen 10 000 Zuschauer in ein kleineres Stadion, die uns spielen sehen wollen», meinte sie. Conny Pohlers schloss sich an: «Viele Fans saßen bei diesem Wetter wohl noch in den warmen Kneipen.»

«Den Schampus haben sie sich redlich verdient», meinte Tritschoks bei der ausgelassenen Siegesfeier mit Familien und Sponsoren. «Aber ab Montag gilt die volle Konzentration der Meisterschaft.» Bereits am Mittwoch will der 1. FFC mit einem Sieg im Nachholspiel gegen Bad Neuenahr die Tabellenführung in der Bundesliga übernehmen.

dpa

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