Sonntag, 20. April 2008 / 18:51 Uhr
Berlin - Ottmar Hitzfeld schaffte mit dem 2:1 des FC Bayern im 65. Endspiel um den DFB-Pokal seinen dritten Pokalsieg. Damit schließt der 59-jährige Münchner Coach zu den bisherigen Rekordtrainern Karl-Heinz Feldkamp, Hennes Weisweiler, Udo Lattek und Otto Rehhagel auf.
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Insgesamt hat Hitzfeld jetzt 16 Titel mit deutschen Clubs gewonnen und hängt Udo Lattek (15) als Rekordhalter ab. Hitzfeld holte einmal den Weltpokal, zweimal die Champions League, sechsmal die Meisterschaft, dreimal den DFB-Pokal und viermal den Liga-Pokal.
Was ist Ihnen bei diesen Rekorden der dritte Pokalsieg zum Abschied wert?
«Es ist natürlich ein schöner Abschied, wenn man hier mit der Mannschaft noch einmal in Berlin sein kann. Wenn man so ein Spiel verliert, kann man es nicht wiederholen. Man hat im nächsten Jahr keine Chance mehr. Also mussten wir diesen Titel holen. Ich freue mich, weil es ein dramatisches Spiel war, weil alles drin war, was man braucht.»
Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen?
«Ich habe gejubelt, hatte ja auch Grund dazu, denn Pokalsieger wird man nicht so oft in seinem Leben. Wenn man dann weiß, es ist das letzte Pokalfinale hier, dann sind das schon besondere Emotionen. Ab Montag gibt es aber nichts mehr zu feiern, weil wir uns dann wieder voll auf St. Petersburg konzentrieren. Nach dem Erfolg in Getafe ist der Druck abgefallen. Nun können wir auch den UEFA-Cup angreifen und die Meisterschaft unter Dach und Fach bringen. Die zwei Titel wollen wir auch noch holen.»
Der Pokalsieg fiel den Bayern schwerer als erwartet, warum?
«Die Dortmunder haben gekämpft und hätten es auch verdient gehabt, als Sieger vom Platz zu gehen. Wir haben nach der schnellen Führung nicht energisch genug nachgelegt. In der Verlängerung haben wir wieder an uns geglaubt und Glück gehabt, dass Oliver Kahn eine Weltklasse-Parade gezeigt hat. Nachher war Luca Toni wieder zur Stelle. Am Schluss waren wir der glückliche Sieger.»
Oliver Kahn wurde für seinen sechsten Pokalsieg von allen noch besonders gefeiert. Welchen Anteil hat er am Titel?
«Sie hatten einfach das Gefühl, dass sie Oliver danken müssen. Jeder wusste, dass Oliver Kahn wieder überragend war. Es ist eben Weltklasse, wenn man wenig beschäftigt ist und dann so einen Ball hält wie in der Verlängerung. Die ganze Saison wäre anders gelaufen, wenn Oli die zwei Elfmeter in der ersten Pokalrunde in Burghausen nicht gehalten hätte. Das wäre eine Mega-Blamage gewesen, alles wäre viel schwieriger geworden.»
Hätte Kahn vielleicht doch noch eine Saison dranhängen können?
«Ich bin sehr traurig, dass er aufhört. Nach wie vor ist er ein Weltklasse-Torhüter. Aber manchmal ist es besser, wenn man auf dem Höhepunkt aufhört.»
Luca Toni hat mit seinem 34. und 35. Saisontreffer den Pokalsieg gesichert. Haben Sie schon einmal so einen Stürmer erlebt?
«Ich hatte schon Riedle, Chapuisat und Elber, die auch Qualität hatten. Aber Luca Toni mit seiner Größe und Beweglichkeit ist schon einzigartig. Er hat einen ausgeprägten Instinkt, gibt keinen Ball verloren, will immer zwei, drei, vier Tore machen. Er ist ein absoluter Winner-Typ und immer hungrig.»
dpa
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